Naturschutz: Ohne schlechtesGewissen ab in den Urlaub

Naturschutz: Ohne schlechtesGewissen ab in den Urlaub

Wer sich für das Klima einsetzt, kann die Kosten sogar steuerlich absetzen.

Düsseldorf. Zwei Wochen Strandurlaub in Spanien inklusive Flug und Hotel können Sparfüchse online für weniger als 300 Euro buchen. Doch diese Sparkultur im Urlaub hat ihren Preis, und den zahlt nicht der Urlauber. Klimawandel, Lohn-Dumping und zerstörte Natur in den Reiseländern sind Folgen des sparsamen Fernwehs. Um mit gutem Gewissen zu verreisen, gilt es, einiges zu beachten.

„Die lokale Bevölkerung sollte möglichst stark von den Urlaubern profitieren“, sagt Maren Klein von der Zeitschrift Ökotest. „Also kein All-Inclusive-Club, sondern lieber ein Hotelaufenthalt mit Restaurantbesuchen.“

Reiseveranstalter mit sozialer und ökologischer Ausrichtung findet man beim Forum Anders Reisen, einem Zusammenschluss von etwa 150 Reiseveranstaltern, die sich dem nachhaltigen Tourismus verpflichtet haben. Für die Aufnahme in das Forum müssen ökologische, soziale und wirtschaftliche Kriterien erfüllt sein. Für Ziele, die weniger als 700 Kilometer entfernt liegen, dürfen keine Flugreisen angeboten werden.

Weitere Hilfestellung bei der umwelt- und sozialverträglichen Reiseplanung geben Gütesiegel. Für Reisen innerhalb der Europäischen Union ist die EU-Blume, das offizielle Umweltzeichen der EU, eine gute Hilfe. Bislang tragen über 80 Camping-Plätze und mehr als 200 touristische Unterkünfte das Zeichen. Die Hotels, Jugendherbergen, Gasthäuser und Camping-Plätze müssen umweltgerechtes Management, den sparsamen Einsatz von Wasser und Energie sowie die Vermeidung von Schadstoffen anhand zahlreicher Kriterien belegen. Für Reiseziele innerhalb und außerhalb der EU ist der „Grüne Schlüssel“ (Green Key) interessant, der von der Stiftung für Umwelterziehung „Foundation for Environmental Education“ (FEE) vergeben wird. Das Siegel basiert auf ähnlichen Kriterien wie die EU-Blume.

Camping-Fans, die auf ein umweltgerechtes Management des Camping-Platzes Wert legen, werden auf der Seite des Vereins Ecocamping fündig. Der Verein bietet Campingplatzbetreibern entsprechende Schulungen an und zertifiziert Camping-Plätze.

Wer nach seinem Flug oder der Autofahrt ins Reiseland etwas für die Umwelt tun will, kann einen Ausgleich für die jeweils verbrauchten Emissionen schaffen. Einen Flug von Berlin nach New York und zurück könnte man für 99 Euro bei Atmosfair „klimaneutral“ gestalten. Das heißt, dass Atmosfair diesen Betrag in Projekte investiert, damit die Menge klimaschädlicher Gase an anderer Stelle vermieden werden. Weitere Anbieter für den Emissionsausgleich sind Arktik und Go Climate. Wichtig: Wenn Sie sich eine Spendenbestätigung ausstellen lassen, können Sie Ihr reines Klima-Gewissen sogar bei der Steuer absetzen.

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