Manchmal geht’s auch ohne Auto

Manchmal geht’s auch ohne Auto

Wer auf seinen Wagen verzichtet, spart und schont dabei die Umwelt.

Düsseldorf. An ihrem zehn Jahre alten Renault Twingo hängen Ansgar W. (44) und seine Frau Christine (40) sehr. Eine Trennung von dem Wagen, der das Ehepaar noch nie im Stich gelassen hat, käme nur infrage, "wenn es finanziell mal eng wird", sagt Christine. Die Mutter von Gero (4) und Lena (1) arbeitet als Richterin am Amtsgericht in Essen und fährt dreimal pro Woche mit dem Auto zur Arbeit - das sind insgesamt 76 Kilometer am Tag.

Neben der Arbeit müssen die Kinder in den Kindergarten und zur Tagesmutter gebracht sowie Einkäufe erledigt werden. Das erfordert viel Organisation, die mit einem Auto am besten zu bewältigen ist.

Die Familie genießt viel Freiheit und Luxus, denn Ansgar und Christine haben neben dem Twingo noch einen Mazda Premacy. "Den nutzen wir jedoch fast nur für Ausflüge und wenn die Kinder irgendwo hingebracht werden müssen", berichtet Ansgar. Aber sind zwei Autos wirklich nötig? Stephan Soll von der Verbraucherzentrale NRW sieht hier Einsparpotenzial und rät den Eheleuten deshalb, "die laufenden Fixkosten beider Wagen auszurechnen und mit Alternativen zu vergleichen".

Bei Ansgar sieht er dagegen keinen Spielraum, an der Situation etwas zu ändern. "Das ist für ihn die beste Lösung", urteilt Stephan Soll über den Familienvater, der täglich mit der Bahn zur Arbeit fährt. Vom Zuhause im Düsseldorfer Norden bis zu seinem Arbeitsplatz, der Werbeagentur BBDO in der Innenstadt, benötigt Ansgar W. rund 30 Minuten mit der Bahn.

Dafür besitzt er ein Abo-Ticket 2000 in der Preisstufe B. Preis: 76,11 Euro im Monat. Eigentlich würde für den Weg zur Arbeit die Preisstufe A 2 für das Düsseldorfer Stadtgebiet reichen, die eine Ersparnis von 22,94 Euro monatlich bringen würde. Doch der 44-Jährige will flexibel bleiben, falls er unter der Woche die Stadt aus beruflichen Gründen mal verlassen muss.

Doch zurück zu den beiden Autos. Der Twingo hat seine besten Jahre schon hinter sich und mittlerweile rund 157 000 Kilometer gefahren. Bei 60 PS verbraucht der Kleinwagen 6,5 Liter auf 100 Kilometer. "Bei 15 000 Kilometern im Jahr ergeben sich daraus 3298,05 Euro, die der Wagen die Familie jährlich kostet", errechnet Stephan Soll. Bei der gleichen Kilometeranzahl sind es beim vier Jahre alten Mazda Premacy pro Jahr 5831,77 Euro. Beide Pkw kosten die Familie jedes Jahr also insgesamt 9129,82 Euro.

Zu den Kosten gehören Fixkosten wie Haftpflicht und Steuer, Betriebskosten wie Sprit, Öl, Wäsche und Pflege sowie Gebühren für Reparaturen in der Werkstatt. "Würden Ansgar und Christine W. auf den kleinen Twingo verzichten und ausschließlich den größeren Mazda nutzen, könnten sie bei etwa 30 000 Kilometern im Jahr rund 960 Euro einsparen", fasst Stephan Soll von der Verbraucherzentrale zusammen.

Christine könnte zudem viel Geld sparen, wenn sie für ihren Weg zur Arbeit auf Bus und Bahn umsteigt. Stephan Soll rechnet die mögliche Ersparnis der Mutter vor - auch, wenn ihrer Meinung nach diese Option für sie aus organisatorischen Gründen nicht machbar ist. "Die monatlichen Kosten für beide Pkw belaufen sich auf 225,76 Euro. Ein monatliches Ticket 1000 für die Preisstufe C kostet 92,74 Euro."

Rechnet man die Kosten auf ein Jahr hoch, ergeben sich große Unterschiede: 2709,12 Euro für die Wagen gegenüber 1112,88 Euro für das Ticket. Hier steckt also ein jährliches Einsparpotenzial von 1596,88 Euro.

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