Luxus-Ferienhäuser auf Rädern

Luxus-Ferienhäuser auf Rädern

180 000 Besucher werden bei der Leitmesse für Wohnwagen und Reisemobile in Düsseldorf erwartet.

Düsseldorf. Sechs Prozent aller Urlaubsreisen sind laut Studie der „Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen“ Camping- und Caravanreisen. Diejenigen, die immer ihr eigenes Heim dabeihaben wollen, spricht die Caravan Salon an, die am 29. August auf dem Düsseldorfer Messegelände zunächst die Fachbesucher und dann ab 30. August bis zum 7. September alle Interessierten anspricht. Mit etwa 180 000 Besuchern dieser Weltleitmesse der Branche rechnen die Veranstalter, bei der es zum einen um die reinen Caravans geht — mithin das, was früher mal Wohnwagen genannt wurde. Und die Reisemobile — Auto und Wohnstatt in einem, die immer populärer werden.

So gab es bei den neu zugelassenen Reisemobilen in den Monaten von Januar bis Juli mit 20 220 Fahrzeugen ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei den Caravans waren es 12 964 — ein Plus von 1,4 Prozent. Hans-Karl Sternberg, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbands, führt die guten Zahlen der Branche, die zu einem wesentlichen Teil auch von Exporten lebt, vor allem auf „die immer kompakter werdenden Reisemobile zurück, die auch als Alltagsfahrzeuge Verwendung finden“. Ein modernes Reisemobil könne mit zehn bis zwölf Litern auf 100 Kilometer auskommen. Mit solchen Vorzügen will man auch jüngere Käuferschichten ansprechen — der durchschnittliche Besucher des Caravansalons ist Mitte 50.

Für die Freunde dieser Art des Reisens liegen die Vorzüge auf der Hand: Flexibel zu sein, die Unabhängigkeit zu genießen, dort anzuhalten, wo es am schönsten ist. Immer im eigenen Bett zu schlafen. Sternberg schränkt allerdings ein, dass sich bei den deutschen Campingplätzen in Sachen Luxus noch einiges verbessern lasse. Man solle sich hier Dänemark zum Vorbild nehmen. Insgesamt gibt es in Europa 25 000 Campingplätze — von naturverbunden bis luxuriös. Hinzu kommen europaweit 7000 Reisemobilstellplätze.

Dass die Caravans nicht so stark boomen wie Reisemobile, hat auch etwas mit der gesellschaftlichen Realität zu tun: „Es gibt nicht mehr so viele Familien — und das ist nun mal die Zielgruppe für Caravans“, sagt Sternberg.

Die Hersteller der Reisemobil-Generation 2015, die in Düsseldorf gezeigt werden setzen nicht nur auf sauberere Motoren, sondern auch auf neue Assistenzsysteme, die permanent in das Fahrgeschehen eingreifen. So zeigen Kollisionswarner dem Fahrer einen zu geringen Abstand zum Vordermann an. Der Totwinkel-Assistent übernimmt den Blick über die Schulter. Ein Spurhalte-Assistent ermahnt den Fahrer beim Verlassen der Spur. Neu ist auch das „Caravaning-Industrie-Bus-System“: Alle Systeme im Fahrzeug, vom Kühlschrank über Heizung und Klimaanlage bis zur Satellitenschüssel werden über ein einziges Bedienteil gesteuert, eine Vielzahl verschiedener Kontrolleinheiten ist Vergangenheit.

Und was kosten die Ferienhäuser auf Rädern? Für Caravans müssen im Schnitt 17 000 bis 18 000 Euro bezahlt werden. Einsteigermodelle gibt es aber auch schon ab 11 000 bis 12 000 Euro. Beim Reisemobil bekommt man für 35 000 Euro ein laut Sternberg durchaus auch alltagstaugliches Fahrzeug.

Nach oben ist kaum eine Grenze gesetzt. Für Luxusfahrzeuge werden auch schon mal siebenstellige Preisregionen erreicht. Zum Beispiel, wenn ein Sportwagen oder Boot integriert wird oder wenn die Innenausstattung in der Optik einer Almhütte oder dem Design eines britischen Fünf-Sterne-Hotels gehalten sein soll. Versenkbare Flachbildschirme gehören dann ohnehin dazu. Wer so etwas mal sehen möchte, dem sei die Halle 14 der Messe empfohlen, wo nichts im Wert unter 100 000 Euro zu finden ist.

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