Homöopathie für die Pflanzen

Homöopathie für die Pflanzen

Die Mittel entgiften den Boden und beleben die Mikroorganismen. Die Nährstoffe werden leichter aufgenommen.

Düsseldorf. Knoblauchzehen mit dem Hammer zerkleinern, in Socken stopfen und ins Gießwasser hängen? Als Klaus Bongartz vor 20 Jahren so begann, seine Pflanzen homöopathisch zu stärken, wurde er von Kollegen für seine unkonventionellen Methoden belächelt. Mittlerweile ist der Profigärtner aus Nettetal ein gefragter Interviewpartner in Sachen Homöopathie für Pflanzen. Auf 50 000 Quadratmetern wachsen bei ihm Primeln, Lilien, Margeriten und viele andere Stauden, Gräser und Gehölze. Mehr als eine Million Pflanzen werden in der Gärtnerei jährlich für den Verkauf großgezogen. Seit er mit homöopathischen Pflanzenstärkungsmitteln arbeitet, seien sie viel robuster und widerstandsfähiger geworden, so Bongartz.

Was mit den Knoblauchsocken im Gießwasser begann, hat sich mittlerweile längst auf andere Zusätze ausgeweitet. "Wir mischen einmal in der Woche Pflanzensäfte und Pflanzenöle ins Wasser", sagt der Gärtnermeister. Gespritzt wird in der Großgärtnerei seit drei Jahren nicht mehr. Deshalb sei es allerdings umso wichtiger, die Pflanzen zu unterstützen und zu stärken, bevor sich Krankheiten und Schädlinge ausbreiten können. "Wenn die Läuse einmal da sind, bringt es nichts mehr", weiß Bongartz.

Spätestens seit sich auch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung der Sache angenommen hat, wird Bongartz nicht mehr belächelt. Das Ergebnis der Studie: Homöopathisch behandelte Pflanzen haben höhere Widerstandskräfte, besseres Wurzelwachstum und geringeren Schädlingsbefall. Kälte, Nässe und Trockenheit machen den Pflanzen nicht mehr so viel aus. Läuse und Schnecken fühlen sich dort offenbar weniger wohl. "Auch die Jungpflanzen-Phase, in der die frisch vermehrten Pflanzen besonders empfindlich sind, überstehen sie deutlich besser als ohne die Unterstützung durch homöopathische Mittel", hat Projektbetreuerin Andrea Terhoeven-Urselmans beobachtet.

Passionierte Gärtner wussten es vermutlich schon vor 100 Jahren, nun gilt es also auch als wissenschaftlich erwiesen: Was dem Menschen hilft, kann auch für die Pflanze gut sein. In beiden Fällen ist ein starkes Abwehrsystem wichtig, um sich besser gegenüber Umwelteinflüssen behaupten zu können. Durch die homöopathische Unterstützung soll die Mikroflora im Boden, und so das Wurzelwachstum angeregt werden. Schadstoffe im Boden und übermäßige Düngung schädigen die Bodenorganismen und Feinstwurzeln. Durch die geringere Nährstoffaufnahme werden die Pflanzen geschwächt und anfällig für Krankheiten.

Homöopathische Pflanzenstärkungsmittel entgiften den Boden und beleben die Mikroorganismen. Nährstoffe und Spurenelemente können leichter aufgenommen werden. Dazu kommt noch, dass die Homöopathie eine sehr umweltfreundliche Alternative zum konventionellen Pflanzenschutz ist. Und das nicht nur bei Blumen und Stauden, sondern auch im Gemüsegarten. Dort sollte mit dem homöopathischen Pflanzenschutz schon bei der Aussaat begonnen werden. Bewährt hat sich die Homöopathie im Garten auch bei der Rosenzucht. Kunstdünger führt vor allem bei den alten Sorten dazu, dass die Triebe ins Kraut schießen. Das ungestüme Wachstum mag im ersten Moment den Eindruck erwecken, als sei die Rose gesund. Allerdings trügt der Schein: Die Pflanze wird anfällig für Krankheiten und weniger winterhart. Gefürchtet ist auch die Bodenmüdigkeit, die die Rose im wahrsten Sinne des Wortes verhungern lässt. Der frühzeitige Einsatz homöopathischer Pflanzenstärkungsmittel kann auch hier Abhilfe schaffen.