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Haushalt: Datenbank für Senioren-Dienstleister

Haushalt: Datenbank für Senioren-Dienstleister

Verbraucherzentrale will mehr Transparenz bei den Anbietern schaffen.

Düsseldorf. So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben - das ist der Wunsch der meisten älteren Menschen. Doch selbst wenn der Gesundheitszustand dies erlaubt, gibt es viele andere Hürden: Lassen die Kräfte nach, fallen alltägliche Dinge wie der Hausputz, das Einkaufen oder die Gartenarbeit zunehmend schwer.

Die Lösung kann die Inanspruchnahme von sogenannten haushaltsnahen Dienstleistern sein. Doch viele Senioren zögern, Fremde ins Haus zu holen, weil das Vertrauen fehlt. Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW will das Landesgenerationenministerium nun dafür sorgen, dass sie in Zukunft leichter vertrauenswürdige Anbieter finden.

Dafür wird in diesem Jahr bei der Verbraucherzentrale eine Datenbank eingerichtet, in die sich Dienstleister eintragen lassen können. Voraussetzung für die Aufnahme in diese Liste ist eine Selbstverpflichtung, von der Verbraucherzentrale festgelegte Qualitätskriterien einzuhalten.

Dazu gehören beispielsweise ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch sowie transparente Abrechnungen. Auf Wunsch sollen Senioren festlegen können, dass immer dieselben Mitarbeiter ins Haus kommen beziehungsweise bei Problemen ein Wechsel erfolgen kann.

Die Datenbank wird im Internet zur Verfügung gestellt, wie Klaus Müller, Vorstand bei der Verbraucherzentrale, gestern erläuterte. Zudem werden die Listen in den landesweit 54 Beratungsstellen des Verbandes und bei Pflege- und Senioren-Beratungsstellen ausgelegt. Das Angebot ist kostenlos.

Allerdings, so betonte Müller, erfolgt vor Aufnahme eines Dienstleisters in die Datenbank keine Qualitätskontrolle durch die Verbraucherzentrale. Es gebe daher keine Garantie, dass die Unternehmen verlässlich seien.

Die Verbraucherschützer werden aber Anfang kommenden Jahres eine Beschwerdestelle einrichten. Treten Probleme auf, werden Schwarze Schafe wieder aus der Datenbank gestrichen und können auch abgemahnt werden.

Nach Angaben des Ministeriums boomt der Markt für haushaltsnahe Dienstleistungen derzeit - und der Bedarf wird steigen. Aktuell gibt es landesweit rund 2,4 Millionen Seniorenhaushalte und damit 20 Prozent mehr als noch 1995. Bis 2020 wird die Zahl um voraussichtlich weitere 13Prozent ansteigen.