Ins Eigenheim trotz steigender Immobilien- und Grundstückspreise?

Immobilien : Ins Eigenheim trotz steigender Immobilien- und Grundstückspreise?

Viele Deutsche träumen von den eigenen vier Wänden. Das kann die Eigentumswohnung in der Großstadt sein oder das klassische Einfamilienhaus mit großem Garten in einer ländlichen Umgebung. Die steigenden Immobilien- und Grundstückspreise erschweren aktuell vielen Menschen die Umsetzung dieses Traums.

Seit 2011 rasanter Preisanstieg

Statistiken zeigen steigende Immobilienpreise seit 2004. Dabei fällt auf, dass seit 2011 die Preise für Immobilien in Deutschland stark steigen. Zugleich wurden 2018 mit 6.159 knapp 15 Prozent weniger Sozialwohnungen gebaut. Die vorhandenen Fördermittel würden von vielen Kommunen nur zu einem geringen Teil in Anspruch genommen. Bezahlbarer Wohnraum wird sowohl für Mieter als auch Käufer in urbanen Gegenden knapp. Die Studie zum Wohnen in Deutschland vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) kommt zu dem Schluss, dass trotz der aktuellen Preise die Vorteile des Immobilienkaufs überwiegen. Langfristig rechnet sich der Kauf einer Immobilie in Deutschland. Die Erhebung zeigt, dass bereits gut 47 Prozent der Deutschen eine Immobilie besitzen. Auf dem Land ist die Quote der Eigenheimbesitzer höher, auch bei gutverdienenden Personen steigt sie. Im Durchschnitt zahlen die Deutschen 264.000 Euro für ihr Eigenheim. Davon werden 81,05 Prozent mit einem Kredit sowie 18,95 Prozent über angespartes Eigenkapital finanziert.

Bauland? Nicht überall vorhanden

Doch nicht überall lässt sich der Traum vom Haus umsetzen. Denn gewünschtes Bauland ist nicht in allen Städten ausreichend vorhanden, wie das Beispiel der Stadt Grevenbroich zeigt. Die Preise für Bauland variieren in Deutschland stark je nach Regionen und Wohnlagen. Vorhandenes Bauland in Städten wird teuer verkauft. In ländlicheren Regionen kann das Bauland erschwinglich sein. Wer sich für den Kauf einer Immobilie oder den Bau eines Eigenheims interessiert, sollte vorab recherchieren. Wichtige Informationen zum Bodenrichtwert speziell in Nordrhein-Westfalen helfen, lokale Angebote realistisch einzuschätzen. Außerdem zeigen Vergleiche von Bodenrichtwerten das Potenzial der möglichen Immobilie. Denn für viele Deutsche ist die Immobilie nach wie vor nicht nur Lebensort, sondern zugleich ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Wer am falschen Ort baut, für den geht diese Rechnung nicht auf.

Tipp: Wer in Deutschland baut, kann je nach Region besondere Förderungen erhalten.

Bei Bestandsimmobilien kritisch sein

Beim Kauf einer Bestandsimmobilie heißt es ebenso: Augen auf und kritisch nachhaken! Laien sollten sich zu den Quadratmeterpreisen in ihrer Region einen Überblick verschaffen. Weicht eine Immobilie stark von den durchschnittlichen Preisen ab, sollte der Käufer nach dem Grund fragen. Ist eine Immobilie besonders günstig, gibt es ebenso Gründe hierfür wie für einen höheren Preis. So kann die Ausstattung einer Immobilie einen höheren Preis rechtfertigen. Für den Käufer stellt sich dabei die Frage, ob die hochwertige Ausstattung seinem Geschmack entspricht und somit den Preis individuell rechtfertigt. Kurz gesagt: Wer das Badezimmer aus Marmor nicht behalten wird, sollte nicht dafür bezahlen. Ein günstiger Preis kann ein Problem bei der Immobilie kaschieren, aber ebenso durch eine Notlage beim Verkäufer verursacht sein. So besteht beispielsweise bei gemeinsamem Eigentum während einer Scheidung eine Zeitnot, die den Preis der Immobilie drücken kann.

Alte Häuser bringen ihren eigenen Charme mit. Oftmals verstecken sich bei den notwendigen Sanierungen und Renovierungen viele Kosten für den Käufer. Um letztlich nicht vor Problemen zu stehen, lieber vorab gut informieren und rechnen. Foto: pixabay.com

Zusatzkosten im Blick behalten

Zudem sollte der Sanierungs- und Renovierungsbedarf durchgerechnet werden. Diese Kosten sind vom Käufer ebenso zu tragen wie die Kaufkosten. Die wenigsten Immobilien sind tatsächlich so bezugsfertig, wie sie verkauft werden. Wichtige Fragen sind hier:

  • Einbau und Wartung der Heizungsanlage
  • Strom
  • Wasserleitungen
  • Fenster und Haustür
  • Zustand des Dachs und Isolierung
  • Alter der sanitären Anlagen
  • Zustand der Küche

Bei der Heizungsanlage ist es sinnvoll, sich die Unterlagen genau anzuschauen. Wurde diese einmal im Jahr fachmännisch gewartet und sind dabei Reparaturen angefallen? Beim Strom sollte die Raumnutzung mitbedacht werden. Wird aus einem Kinderzimmer ein Arbeitszimmer, sind weitere Stromanschlüsse notwendig. Altbauten haben häufig weniger Steckdosen als Neubauten. Wer nicht dauerhaft mit Verlängerungskabeln leben möchte, rüstet diesbezüglich nach. Doch das bedeutet stets Arbeiten an den Wänden und bringt Kosten mit sich. Um nicht eine teure Nachfinanzierung zu nutzen, sollten die Kosten vorab transparent vorliegen.

Leben in der Stadt und Leben auf dem Land bringen unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich. Wer eine Immobilie kauft oder en Haus baut, sollte die eigenen Prioritäten kennen. Foto: pixabay.com

Nicht schönrechnen

Beim Kauf einer Bestandsimmobilie und beim Bau eines Hauses sollte der neue Hausherr realistisch sein. Wer die Sanierung in Eigenregie ohne Fachwissen und passende Ausstattung plant, zahlt in der Regel drauf. Auch beim Bau eines Eigenheims gilt es zuvor sowohl die zeitlichen Möglichkeiten als auch die handwerklichen Fertigkeiten realistisch einzuschätzen. Denn eine unrealistische Erwartungshaltung in diesen Punkten führt zu großem Stress und zeitlichen Verzögerungen.

Prioritäten auflisten

Wer den Traum vom eigenen Zuhause verwirklichen möchte, sollte für sich die eigenen Prioritäten klar vor Augen haben. Prioritäten können etwa sein:

  • moderne Ausstattung
  • großer Garten
  • Balkon
  • großes Badezimmer
  • kurze Wege
  • gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel
  • schnell erreichbare Autobahn
  • passende Kindergärten und Schulen in der Nähe
  • freistehendes Haus
  • ruhige Nachbarschaft
  • Garage am Haus

Wer einen großzügigen Garten haben möchte, sollte sich mit einem weiteren Weg zur Arbeit anfreunden. Wer sich kurze Wege im Alltag wünscht, denkt vielleicht stattdessen über eine schöne Dachterrasse nach. Ein solches Abwägen ermöglicht es, an den passenden Orten zu suchen und sich den Traum von der eigenen Immobilie zu ermöglichen.

Kühlen Kopf bewahren

Auch wenn die Preise in Deutschland sowohl für Baugrundstücke als auch für Bestandsimmobilien steigen, ist die Traumimmobilie nicht unerreichbar. Vielmehr ist es wichtig, sich vorab die entscheidenden Informationen zum Bodenrichtwert sowie den Quadratmeterpreisen zu holen. Zudem sollten die eigenen Prioritäten für das künftige Zuhause klar sein. So wird das eigene Suchprofil immer klarer, bis die Suche nach einem Baugrundstück oder einer Immobilie schließlich fruchtet.