Männertreu und Co.: Warum Pflanzen so heißen wie sie heißen

Essen (dpa/tmn) - Pflanzen werden gerne nach ihren Entdeckern benannt oder nach Eigenschaften. Das kann die Blütenform, ihre Farbe oder auch ihr Duft sein. Vieles leuchtet direkt ein.

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Bei manchen außergewöhnlichen Namen fragt man sich aber: warum diese Bezeichnung? Das Blumenbüro in Essen hat ein paar Erklärungen:

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Männertreu: Diese Balkonpflanze erblüht nur von Juni bis Juli - wie eine kurze Sommerliebe. Das hat ihr den volkstümlichen Namen Männertreu eingebracht, was ein scherzhafter Vergleich mit der nicht langanhaltenden Treue der Männer sein soll. Ihr botanischer Name Lobelia geht auf den Botaniker Matthias de L'Obel zurück.

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Stiefmütterchen: Der Ursprung seines Namens ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Er soll von der Verteilung der Blütenblätter kommen: Das unterste Blütenblatt - die Stiefmutter - verdeckt die beiden seitlichen Töchter, die wiederum die beiden obersten Blütenblätter - die Stieftöchter - verdecken. Eine weitere Erklärung beruht auf der Pflegeleichtigkeit: Das Stiefmütterchen ist eine sehr anspruchslose Pflanze, die es verträgt, stiefmütterlich behandelt zu werden. Aufgrund der Blütenform und -musterung wird es im Volksmund auch als „Blume mit Gesicht“ bezeichnet.

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Maßliebchen: Die Zuchtform des Gänseblümchens trägt den botanischen Namen Bellis, was so viel heißt wie hübsch. Ihre Schönheit hat ihr schließlich auch den deutschen Namen Maßliebchen eingetragen.

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Fleißiges Lieschen: Botaniker bezeichnen es mit dem lateinischen Wort für ungeduldig: Impatiens. Denn die Samenkapseln platzen schon bei einer sanften Berührung auf. Im Volksmund ist die Pflanze als Fleißiges Lieschen bekannt. Es entwickelt von Mai bis Oktober immer wieder neue Blüten.

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Wandelröschen:Diese Pflanze ist ein Chamäleon. Sie wechselt im Laufe das Jahres die Farbe der Blüten. Zu Beginn der Blütezeit sind diese leuchtend gelb, dann werden sie orange und zum Schluss rot. Auch der botanische Name greift diese Eigenschaft auf: Lantana stammt vom Wort lentare für biegen ab.

Bleiwurz: Ein Irrtum war dieser Name. Im 17. Jahrhundert wurde die Bleiwurz entsprechend benannt, da man davon ausging, der graue Pflanzensaft helfe bei den damals weit verbreiteten Bleivergiftungen. Das war nicht so, der Name blieb dennoch erhalten. Botaniker sprechen auch vom Plumbago.

Einblatt: Diese Pflanze hat viele Blätter und heißt doch so. Die deutsche Bezeichnung leitet sich aber von der typischen Form des Blütenstands ab, der jeweils von einem weiß- oder cremefarbigen Hochblatt umrandet wird.

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