Ratgeber Der Traum vom Eigenheim: Wie realistisch ist das noch?

Die eigenen vier Wände sind unser liebster Rückzugsort. Und bei vielen schwirrt diesbezüglich der Traum vom Eigenheim im Kopf herum – ein Haus mit Garten zählt zu den größten Wünschen der meisten Menschen. Doch steigende Baukosten und hohe Zinsen lassen diesen Traum immer öfter platzen. Wie realistisch ist die Erfüllung also noch?

Der Traum vom Eigenheim: Wie realistisch ist das noch?
Foto: unsplash.com/todd kent

Eintreten, sich zu Hause fühlen, die Tür hinter sich schließen und wissen: Das ist mein Haus! Das ist ein Szenario, das viele Menschen in Deutschland herbeisehnen. Doch in den letzten Jahren sind die Hürden in Bezug auf ein eigenes Haus gewachsen und die Chancen parallel dazu gesunken.

Baupreis- und Häuserpreisindex schnellen in die Höhe

Zwei weitere wichtige Kennzahlen, die in diesem Zusammenhang wichtig sind und die aktuelle Situation einmal mehr veranschaulichen, sind der Baupreisindex für Wohngebäude sowie der Häuserpreisindex. Beides erhebt das Statistische Bundesamt. Der Baupreisindex für Wohngebäude erläutert dabei die Entwicklung der Preise für individuell geplante Ein- und Mehrfamilienhäuser, bezieht sich jedoch nur auf das Bauwerk. Demnach haben sich die Preise für Wohngebäude zwischen 2010 und 2022 um 64 Prozent erhöht. Zum Vergleich: Die Inflationsrate stieg im gleichen Zeitraum lediglich um 25 Prozent. Der Häuserpreisindex ermittelt wiederum die durchschnittliche Preisentwicklung aller typischen Markttransaktionen für Wohnimmobilien – darunter neben Ein- und Zweifamilienhäusern auch Eigentumswohnungen –, die als „Gesamtpaket“ aus Grundstück und Gebäude verkauft werden. Dies umfasst sowohl neu gebaute als auch bestehende Wohnimmobilien. Das Ergebnis: Bundesweit haben sich die Preise zwischen 2010 und 2022 um rund 94 Prozent verteuert, wobei sich die Entwicklungen je nach Region stark unterscheiden.

Erschwinglichkeitsindex sinkt

Die Frage, die sich nun stellt, ist: Heißt das also, dass es kaum mehr Chancen auf ein Eigenheim gibt? Nun weitere Zahlen belegen zunächst: Bezahlte man 1988 für ein durchschnittliches Reihenhaus in Deutschland noch 190.000 Euro, so mussten Interessierte 2020 schon 470.000 Euro hinblättern. Das entspricht einer Steigerung von 150 Prozent. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn dem gegenüber stehen Daten der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)“, die belegen, dass es heutzutage streng genommen einfacher ist, an ein eigenes Haus zu kommen, als noch in den 1980er-Jahren. Denn der Erschwinglichkeitsindex, den die OECD auf Basis von Immobilienpreisen und Einkommen seit geraumer Zeit errechnet, sinkt seit einigen Jahren. Ebenso muss die Inflation berücksichtigt werden. Fakt ist: Obwohl die Immobilienpreise in die Höhe schnellten, sind die realen Hauspreise seit 1980 nur um 15,5 Prozent gestiegen. Ein wichtiger Aspekt dabei sind auch die verfügbaren Realeinkommen, die im gleichen Zeitraum um 41 Prozent gestiegen sind.

Aktuelle Zeit bringt auch neue Chancen

Früher war also doch nicht alles besser, vieles aber dennoch einfacher – vor allem in Hinblick auf vorhandene leistbare Grundstücke und niedrigere Bau- und Lebenserhaltungskosten. Doch die heutige Zeit hat auch positive Seiten: Projekte zeichnen sich durch eine höhere Planbarkeit aus, wodurch versteckte Kosten oder Zeitprobleme der Vergangenheit angehören.

Individuelle Wohnformen boomen

Darüber hinaus haben sich die Wohnformen und Hausgestaltungsoptionen vervielfacht. Ein großes Haus mit einem gigantischen Garten als Statussymbol, der möglichst jenen der Nachbarn übertrumpft? Das war gestern! Unser gesellschaftliches Streben nach Individualität, gepaart mit einem weitaus höheren Umwelt- und Nachhaltigkeitsdenken, lassen beispielsweise die Nachfrage nach Tiny Houses steigen. Auch das Renovieren und Umbauen alter Gebäude, insbesondere in Ortskernen, wird wieder forciert. Schließlich entscheiden sich auch immer mehr Menschen für ein Mehrfamilienhaus. Die Vorteile: So werden nicht nur mehrere Familien oder Generationen unter einem Dach vereint, sondern sie teilen sich auch die Kosten. Und fällt eine Partei weg, so können die Räumlichkeiten immer noch vermietet werden, wodurch weitere Einnahmen lukriert werden können. Ein solches Gebäude bietet viel Wohnfläche auf einer relativ geringen Grundfläche, was angesichts der Knappheit einen weiteren Pluspunkt darstellt.

Gute Planung wird zum Nonplusultra

Auch wenn Pläne detaillierter werden und sich Kosten immer genauer voraussagen lassen, so gibt es für Menschen, die sich ein Eigenheim bauen bzw. bauen lassen wollen, immer noch jede Menge Stolpersteine. Genau deswegen ist eine gute Planung mittlerweile zum Schlüsselfaktor geworden. In puncto Baufinanzierung weisen Experten immer wieder daraufhin, wie wichtig Vergleiche diesbezüglich sind. Eine Unterstützung durch professionelle Baufirmen ist dabei oft die beste Lösung, denn diese helfen nicht nur bei der Wahl der passenden Gebäudegröße, sondern eben auch bei finanziellen Fragen. In puncto Grundstückswahl gibt es immer noch die Möglichkeit, sich auf eigene Faust auf die Suche nach einer idealen Parzelle zu begeben, oder die Dienste eines Maklers in Anspruch zu nehmen. Das kostet zwar extra, bringt am Ende aber oft die besseren Ergebnisse, schließlich haben Makler Einblicke, die der Öffentlichkeit nicht selten vorenthalten werden.

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