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Schwein gehabt: Welche Tiere in die Wohnung dürfen

Mietrecht : Schwein gehabt: Welche Tiere in die Wohnung dürfen

Und welche nicht. Tierhalter sollten in jedem Fall den Vermieter informieren.

Nachwuchs bei Mieze: Da freute sich Mieterin Schmidt - mit einem Mal lebten fünf Katzen in ihrer 60 Quadratmeter-Wohnung. Vermieter Müller (Namen geändert) war das jedoch eindeutig zuviel. Er fand, schon Haustier Nummer eins hätte ihm gemeldet werden müssen.

Hat er recht? Die Antwort ist Jein. "Unter welchen Voraussetzungen Haustiere in einer Mietwohnung gehalten werden dürfen, ist gesetzlich nicht geregelt", teilt der Deutsche Mieterbund mit und rät: "Deshalb kommt es in erster Linie auf die Vereinbarung im Mietvertrag an. Zunächst einmal gilt: Egal, was im Mietvertrag steht, Kleintiere sind immer erlaubt.

Mieter samt Mini-Schwein Bruce musste ausziehen

Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Kleintiere sind beispielsweise Kaninchen, Wellensittiche, Goldhamster, Schildkröten oder Zierfische. Ist im Mietvertrag nichts geregelt und möchte der Mieter oder die Mieterin einen Hund oder eine Katze halten, wird die Zustimmung des Vermietenden benötigt."

Denn weder Hunde noch Katzen zählten zu den „immer erlaubten“ Kleintieren. "Verbietet der Mietvertrag die Tierhaltung, ist zu unterscheiden, ob die Parteien dieses Verbot individuell ausgehandelt haben (eher selten), oder ob es sich um eine Formularklausel (die Regel) handelt", so der Mieterbund. Ein generelles formularvertragliches Tierhaltungsverbot sei unwirksam. "Das bedeutet jedoch nicht, dass in diesem Fall jedes Tier ohne Erlaubnis angeschafft werden kann: Die Haltung eines Mini-Schweins in der Wohnung führte zu Streit zwischen Mietvertragsparteien in Hannover. Weil ein Mann ein Mini-Schwein in seiner Mietwohnung hielt, wollte seine Vermieterin ihn per Räumungsklage loswerden. Laut Pressebericht beschäftigte sich die Zivilabteilung des Amtsgerichts Hannover (Az: 468 C 7351/21) mit dem Fall. Der Rechtsstreit endete mit einem Vergleich. Der 38-Jährige erklärte sich bereit, die 35-Quadratmeter-Wohnung samt seinem Schwein namens Bruce zu räumen. Zudem muss er 60 Prozent der Kosten des Verfahrens tragen, die Klägerin 40 Prozent. Der Streitwert lag bei 5100 Euro."

Das Amtsgericht Berlin-Köpenick hingen habe vor einigen Jahren entschieden, die Haltung eines Schweins in der Wohnung dürfe nicht verboten werden, wenn es nicht zu Belästigungen komme (AG Berlin-Köpenick 17 C 88/00).

Kein Fall ist also wie der andere.

Und wie ging es mit Mieterin Schmidt und ihren Katzen weiter? Sie hatte es ja beim Einzug versäumt, den Vermieter über die Katze zu informieren – er hingegen hatte die Haltung des einen Haustieres danach stillschweigend geduldet. Sogar noch, als es mit einem Mal zwei waren. Doch als dann der Katzen-Nachwuchs kam, reichte es Müller. Er suchte das Gespräch mit seiner Mieterin, die Einsicht zeigte und sich um eine Lösung bemühte. Am Ende gab es – anders als bei Mini-Schwein Bruce und seinem Herrchen – ein Happy-End: Für alle kleinen Kätzchen fand sich ein neues Zuhause in der Nähe.