Verstopfungen im Bad loswerden Rohrzange statt Rohrreiniger: So wird der Abfluss fix frei

Köln · Verstopfte Abflüsse in Duschen und Waschbecken sind im besten Fall nervig. Doch um sie loszuwerden, reicht oft ein klein wenig handwerkliches Geschick.

Bei Abflussproblemen in Wanne oder Dusche ist der Pömpel die richtige Wahl.

Bei Abflussproblemen in Wanne oder Dusche ist der Pömpel die richtige Wahl.

Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Das Wasser steht im Waschbecken und läuft nicht mehr richtig ab? Dann ist es also wieder mal so weit: Haare und Co. haben sich festgesetzt, der Abfluss ist verstopft. Was nun am besten tun? Laut der DIY Academy in Köln jedenfalls nicht zu chemischen Abflussreinigern greifen.

Denn sie könnten das Problem demnach sogar noch verschlimmern: In Verbindung mit Wasser beginne eine chemische Reaktion, bei der viel Hitze entstehe. Ablagerungen aus Seife, Fett und Haaren könnten dabei noch mehr verklumpen.

Stattdessen ist ein wenig Handarbeit gefragt. „Am besten hilft immer noch, den Siphon am Waschbecken abzunehmen und die Verstopfung mechanisch zu beseitigen“, so Robert Raschke-Kremer, Trainer der DIY Academy.

Siphon richtig abmontieren

Reinigen Sie dafür am besten zuerst den Abfluss des Waschbeckens mit einer länglichen Bürste. Dann geht's ans Abmontieren des Siphons.

Für alle, die bisher wenig mit diesem Teil zu tun hatten: Der Siphon ist unterhalb des Waschbeckens zu finden: das Wasserabflussrohr, das als Geruchsverschluss dient. Mit der Rohrzange können Sie zunächst die zwei Feststellringe am gebogenen Teil des Siphons lösen. Anschließend lässt sich das Kniestück des Siphons abnehmen. Wichtig: Stellen Sie einen Eimer darunter, um abfließendes Wasser aufzufangen.

Kriechöl hilft bei festsitzenden Schrauben

Sie bekommen das Kniestück nicht ab? Sitzt der Siphon fest oder ist vielleicht sogar verrostet, kann man sich der Sache mit Kriechöl annehmen. Kriechöl wird meist in Spraydosen verkauft. Mit dem flexiblen Röhrchen an der Dose können Sie es zielgenau auftragen. Lässt man das Kriechöl kurz einwirken, lassen sich die festsitzenden Schrauben anschließend meist problemlos lösen.

Nun können Sie die feststeckenden Haar- und Seifenreste mit Gummihandschuhen aus dem Rohr entfernen. Anderen Ablagerungen rückt man der DIY Academy zufolge am besten mit einer länglichen Bürste zu Leibe. Damit der Siphon später auch wieder dicht ist, ersetzt man am besten gleich auch die Gummidichtungen der Feststellringe. Anschließend das Rohr wieder festschrauben - fertig.

Siebe beugen vor

Übrigens: Bei Abflussproblemen in Badewanne oder der Dusche, wo sich die Rohre nur schwer oder gar nicht erreichen lassen, kann man mit einer Gummi-Saugglocke, dem sogenannten Pömpel, arbeiten.

Vorher den Überlauf abkleben oder mit einem Tuch abdichten, dann etwas warme Seifenlauge in den Abfluss geben und die Saugglocke fest darüber drücken. Bewegt man den Stiel nun gleichmäßig nach oben und unten, entsteht ein Unterdruck, der die Verstopfung löst.

Will man nicht dauernd mit Pömpel oder Rohrzange zugange sein, um den Abfluss freizubekommen, rät die DIY-Academy zum Abflusssieb aus Silikon oder Edelstahl. Sie fangen Haare, Seifenstücke und Co. auf - und halten den Abfluss frei.

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(dpa)