Selfstorage : Den Keller auslagern

Tipps zur Miete von Stauraum

Stauraum ist in vielen Wohnungen und Häusern knapp. Wohin mit all den Dingen, die wir besitzen, aber nicht zu jeder Jahreszeit brauchen? Wie die Skiausrüstung im Sommer, das Zelt im Winter. Und die alten Möbel von Oma. Ein externer Lagerraum kann die Lösung sein – Selfstorage nennt sich das Angebot.

Große Lagerhäuser in der Stadt

Mieter können ihr Lagergut für kurze oder längere Zeit in Boxen oder ganzen Räumen unterstellen, Anbieter dafür gibt es in ganz Deutschland. Die Sachen bleiben dort zwei Wochen oder ein paar Monate, je nach Bedarf.

Das Geschäft mit Lagermöglichkeiten ist nicht neu, doch mit den Selfstorage-Anbietern ist es aus den abgelegenen Gewerbegebieten, in denen sich Lager früher oft befanden, mitten in die Städte gewandert. Viele dieser Lagerhäuser sind gut zu erreichen, hell erleuchtet und den Großteil des Tages geöffnet.

Sie werden auch genutzt, wenn die alte Wohnung schon aufgelöst werden muss, das neue Haus aber noch nicht fertiggestellt ist. Hier werden Möbel und Hausrat beispielsweise untergestellt, wenn es für ein paar Monate ins Sabbatical im Ausland geht.

Aber auch im Alltag über den Jahresverlauf nutzt so mancher mit zu kleiner Wohnung einen externen Lagerort. „Es gibt durchaus Leute, die ihre Sommer- und Wintergarderobe im Wechsel bei uns aufbewahren“, sagt Klaus Müller, Vorsitzender des Verbands deutscher Self Storage Unternehmen in Hamburg. Die Stiftung Warentest rät, die Preise zu vergleichen. Sie unterscheiden sich je nach Anbieter und Region. Und man sollte vor der Miete genau berechnen, wie viel Stauraum man eigentlich braucht. Denn: „Die meisten Kunden überschätzen ihren Platzbedarf und wollen lieber eine größere Box“, berichtet Lagerraum-Anbieter Martin Gerhardus.

Er hat einen Tipp zur Berechnung der benötigten Lagerkapazität: Wenn man zum Beispiel die Wohnungseinrichtung unterbringen möchte, teilt man die Wohnfläche einfach durch zehn. Hat die Wohnung also 70 Quadratmeter, ist eine sieben Quadratmeter große Box richtig. Denn anders als in der Wohnung können die Sachen dort enger gestellt und gestapelt werden.Üblicherweise haben die kleinsten Lagereinheiten eine Grundfläche von einem Quadratmeter, dann erhöhen sich die Angebote in kleinen Schritten weiter von 1,25 Quadratmeter über zwei Quadratmeter bis hin zu hundert Quadratmetern. „Die durchschnittliche Selfstore-Box ist fünf bis zehn Quadratmeter groß“, berichtet Branchenexperte Müller. Und sie sei normalerweise 2,85 m bis 3,00 Meter hoch.

Müller empfiehlt, die Lagerboxen vor der Miete anzuschauen und sich gegebenenfalls beraten zu lassen.

Vorsicht bei Wertgegenständen

Ein Vorteil der heutigen Angebote: Viele große Lager-Anbieter haben von 6 bis 22 Uhr geöffnet, manche Standorte auch bis Mitternacht. Das Gelände sowie die Gänge im Inneren des Gebäudes seien vielerorts videoüberwacht, der Zutritt zum Gelände gesichert, die Privatsphäre werde gewahrt. Klaus Müller betont jedoch: „Wertgegenstände gehören nicht in eine Box, sondern in einen Safe oder ein Schließfach.“

Außerdem untersagen die Anbieter meist das Einlagern von Dingen, die faulen können oder stark riechen, wie zum Beispiel Lebensmittel. Das belästige nicht nur andere Kunden, sondern ziehe auch Ungeziefer an. Wer hochwertige Dinge im Lagerraum aufbewahre, solle sollte überprüfen, ob ausreichender Schutz bei Schäden, Einbrüchen, Bränden oder Wasserschäden besteht. Der Verband deutscher Self Storage Unternehmen empfiehlt Interessenten, Kontakt zum Versicherungsunternehmen aufzunehmen und ihm das vorübergehende Auslagern von Gegenständen mitzuteilen. Bei längerer Aufbewahrungsdauer könne es sinnvoll sein, eine Zusatzpolice abzuschließen.

(dpa-tmn)