Häuser müssen saniert werden

Häuser müssen saniert werden

Aufwand fürs Heizen soll reduziert werden.

Berlin. Bis zu 50 Prozent der verbrauchten Energie in Deutschland lassen sich einsparen, sagt Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Deshalb hat er im Energiekonzept das Thema Effizienz zur Schlüsselfrage erkoren. Hauseigentümer sollen langfristig zum Sanieren verdonnert werden.

Auf den Gebäudebereich entfällt fast die Hälfte des deutschen Energieverbrauchs und ein Drittel der klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstöße. Ein Großteil der Energie geht für das Heizen drauf. Bis 2020 soll dieser Bedarf um 20 Prozent gesenkt werden, bis 2050 um 80 Prozent.

In dem Energiekonzept heißt es, dass der Standard "Null-Emission" bis 2050 für Gebäude festgeschrieben werden soll. Wärme- und Stromversorgung sollen durch Öko-Energien erfolgen - etwa durch Sonnenenergieversorgung und bessere Dämmung. Bis 2020 sollen nur die am schlechtesten isolierten Gebäude saniert werden. Außerdem soll das CO2-Gebäudesanierungsprogramm besser ausgestattet werden.

Das ist ein Widerspruch. Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte für das Sparpaket zugesichert, das CO2-Sanierungsprogramm auf 450 Millionen Euro zu halbieren. Im Bundesumweltministerium heißt es nun dazu: Wenn Deutschland seine Klimaschutzziele verwirklichen wolle, müssten dauerhaft wieder zwei Milliarden Euro pro Jahr für das Gebäudesanierungsprogramm zur Verfügung stehen.

Der Verband Haus & Grund sagt, ein Null-Energie-Haus erfordere ein komplett anderes Heiz- und Dämmkonzept als bisher. Das koste bis zu 70.000 Euro. "Die Gebäudesubstanz in Deutschland ist besser als häufig unterstellt", sagt Generalsekretär Andreas Stücke.

"Untersuchungen zeigen, dass Wohngebäude im Durchschnitt nur halb so viel Wärmeenergie benötigen, wie von der Bundesregierung vermutet." Investitionen führen damit zu viel geringeren Energie-Einsparungen, als regierungsseitig angenommen. Wer ein heute gebautes Haus auf Null-Emissions-Standard umbauen möchte, müsste es quasi in den Rohbauzustand zurückversetzen.

Das ist noch unklar. Auch wenn die Mieten steigen sollten, so dürften doch Mieter im Gegenzug von weitaus geringeren Energieausgaben durch neue Fenster, Öko-Heizkessel und energiesparende Dächer profitieren. "Aus klima- und energiepolitischer Sicht ist der Schritt der Regierung alternativlos", sagt Ulrich Ropertz vom Mieterbund. Er setzt auf eine große öffentliche Förderung, damit für Eigentümer Sanierungsanreize geschaffen werden und die Belastungen für die Mieter im Rahmen bleiben.

Mehr von Westdeutsche Zeitung