Gesundheit: Wirkung von Wasser unterschätzt

Gesundheit: Wirkung von Wasser unterschätzt

Die meisten trinken viel zu wenig von der Flüssigkeit, denn sie haben kein Durstgefühl.

Düsseldorf. Dass Wasser für den Menschen das ideale Getränk und Trinken gut für die Gesundheit ist, hören wir oft. Aber den Grund dafür erfahren wir selten. Darum denken wir meist nicht an unsere Trinkgewohnheiten, wenn es darum geht, gesund zu werden oder gesund zu bleiben. Eineinhalb bis zwei Liter soll der Mensch am Tag trinken. Doch wer macht das schon? "Viele Menschen glauben, dass sie genug trinken, und sie leiden, ohne es zu wissen, an den Folgen eines Wassermangels", sagt Christopher Vasey, Naturheilpraktiker und Autor zahlreicher Bücher zum Thema Wasser. Vor allem das fehlende Durstgefühl halte die meisten davon ab, genug zu trinken. Dabei stelle sich dieses Gefühl gerade dann ein, wenn der Körper schon längere Zeit mit zu wenig Wasser auskommen musste.

"Wenn wir uns daran gewöhnt haben, auf den Durst nicht zu reagieren, wird er mit der Zeit schwächer. Wer wenig trinkt, erträgt den Durst also immer besser und nimmt die Alarmzeichen des Körpers nicht mehr so deutlich wahr.

Obwohl sie nicht durstig sind, leiden diese Menschen unweigerlich an chronischem Wassermangel", weiß Christopher Vasey.

Und der kann ernstzunehmende Folgen haben: eingeschränkte Nierenfunktion, Verdauungsbeschwerden, ausgetrocknete Haut, Bluthochdruck und eine höhere Belastung für das Herz. Der aus Teheran stammende Arzt Dr. Faridun Batmanghelidj geht in seinem Buch "Sie sind nicht krank, sie sind durstig" sogar soweit, die meisten Krankheiten auf chronische Austrocknung zurückzuführen. "Alle Abläufe im Körper werden durch das Wasser überwacht und überhaupt erst möglich gemacht", schreibt er. Dabei sei Wasser nicht nur Transport- und Lösungsmittel, sondern hat auch eine wichtige Funktion in allen Bereichen des Körperstoffwechsels, bei denen chemische Reaktionen Wasser benötigen. Wenn der Körper dehydriert ist, trete ein Rationierungs- und Verteilungssystem für das im Körper verfügbare Wasser in Aktion. Das vorhandene Wasser werde je nach Priorität verteilt und dem Körper dort entzogen, wo es nicht notwendig gebraucht werde.

So beispielsweise in den Gelenken oder in der Bandscheibe, die Folgen können Arthritis oder Rückenbeschwerden sein. Die meisten Menschen fühlten sich nach Ansicht des Mediziners nicht betroffen, wenn von Dehydrierung die Rede ist. Sie denken dabei eher an Komplikationen bei Durchfallerkrankungen oder den Wassermangel von Wüstenreisenden. "Dabei ist Wassermangel weit verbreitet und betrifft alle Menschen, die zu wenig trinken", so Batmanghelidj.

Dass an Wassermangel als Ursache für Krankheiten nicht gedacht wird, liege auch daran, dass über die Art des Getränkes nicht nachgedacht werde. Da alle Getränke überwiegend aus Wasser bestehen, gehe man davon aus, dass sie alle gleichermaßen zur Versorgung des Körpers mit Wasser beitragen und dass es daher gleichgültig sei, ob wir Wasser oder etwas anderes trinken. "In der Praxis ist das jedoch nicht der Fall, da die Bestandteile mancher Getränke die Wasseraufnahme hemmen", sagt Christopher Vasey. Und nicht nur das: Kaffee, Schwarztee oder Cola entziehen dem Körper durch ihre harntreibende Wirkung sogar noch Wasser. Nicht irgendwas, sondern Wasser trinken, ist daher der Rat der Experten. Und nicht vergessen: Der trockene Mund ist das letzte Anzeichen für extreme Dehydratation.

Mehr von Westdeutsche Zeitung