Wundermittel sind meist Schwindel

Berlin (dpa/tmn) - Verbraucher sollten sich nicht von großartigen Heilsversprechen blenden lassen - oft steckt hinter vermeintlichen Wundermitteln reine Geschäftemacherei. Für Schwindelei gibt es verschiedene Indizien - ein Überblick.

So sei etwa der Hinweis, dass ein Präparat nur in Apotheken erhältlich ist, keine Qualitätsgarantie, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Und die in Anzeigen oft genannte PZN, kurz für Pharmazentralnummer, ist nur eine Bestellnummer. Echte Arzneimitteln dagegen tragen eine Zulassungsnummer (Zul.-Nr.) auf der Verpackung. Ihre Wirksamkeit wurde in klinischen Studien nachgewiesen.

Verbraucher sollten spätestens dann skeptisch sein, wenn dem Präparat eine geheimnisvolle oder exotische Herkunft zugeschrieben wird - und es gegen viele unterschiedliche Krankheiten wirken, aber gleichzeitig aber frei von Nebenwirkungen sein soll. Auch euphorische Patientenberichte im Internet können gefälscht sein. Besonders vorsichtig sollten Kunden sein, wenn der Hersteller oder der Vertreiber eines Wundermittels nicht aus Deutschland kommt.

Ein weiterer Hinweis auf Schwindel seien Erfolgs- oder Geld-zurück-Garantien, erläutert Sellerberg. Frei nach dem Motto „Was teuer ist, muss gut sein“ müssten Patienten für solche Produkte oft viel bezahlen, die Krankenkasse erstattet die Arzneimittel aber nicht. Vorsicht ist auch angebracht, wenn ein Präparat verspricht, besser als die Schulmedizin zu sein. Das könne Patienten dazu verleiten, ihre bewährte Therapie ohne Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker abzusetzen - mit dramatischen Folgen für die Gesundheit.

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