1. Ratgeber
  2. Gesundheit & Ernährung

Was tun bei einer Coronainfektion

Corona : Infiziert – und wie werde ich wieder gesund?

Wie kann man sich bei einer Coronainfektion aus ärztlicher Sicht am besten verhalten? Worauf sollte man achten? Ein Überblick.

Carla Hartmann (Name von der Redaktion geändert) weiß jetzt, wie sich ein „milder Verlauf“ anfühlt, von dem so oft die Rede ist – im Zusammenhang mit der Omikron-Variante des Coronavirus. Die 39-Jährige Düsseldorferin und ihre Familie haben das Thema nach mehreren Wochen schließlich hinter sich gebracht. „Ich habe mich zwei Wochen lang richtig schlapp und matt gefühlt, dann kam noch ein sehr hartnäckiger Husten dazu. Mit Schmerzmitteln konnte ich mich noch gerade so auf Kurs halten.“

Carla Hartmann und ihr Mann sind zweifach geimpft plus geboostert. Der dreijährige Sohn war stark erkältet, wurde aber mehrfach negativ getestet. Die Tochter (6) war einmal geimpft, positiv, aber ohne Symptome. Und ihr Mann hatte die Nebenhöhlen verstopft, Atmen durch die Nase ging nicht mehr. Am schwersten hatte es die Mutter selbst erwischt. „Kein Vergleich zu einer Erkältung, die man so kennt“, sagt sie. Auch als es nach gut zwei Wochen besser wurde, musste die sportliche Frau sich nach dem Hochtragen der Wäsche aus dem Keller erst mal aufs Bett setzen. Und dann war das die Unsicherheit: „Müsste ich nicht zum Arzt, ist es richtig, dass wir die üblichen Medikamente einsetzen oder machen wir es damit am Ende nur schlimmer?“

Was der Hausarzt rät

Wie ist das also: Sollte sich jemand, der positiv getestet wurde und erste Symptome zeigt, an seinen Hausarzt wenden? „Ja, das würde ich empfehlen“, sagt Dr. Hans-Michael Mühlenfeld. Der Hausarzt aus Bremen und Vorsitzende des dortigen Hausärzteverbands verweist darauf, dass die Infektion in der Folge ja auch noch weitere gesundheitliche Konsequenzen haben kann.

Natürlich sollte man nicht unangekündigt in die Praxis kommen, sondern sich telefonisch oder per E-Mail beim Arzt melden. „Dann geben wir dem Patienten gegebenenfalls einen Termin in unserer Infektsprechstunde. Sodass er oder sie keinen anderen Patienten begegnen und diese gefährden.“ Je nach Hausarztpraxis werden solche Infektsprechstunden in Randzeiten, also zum Beispiel in den letzten zwei Stunden eines Behandlungstages angeboten.

Auch Mühlenfeld rät seinen Patienten und Patientinnen in solchen Fällen zur Anwendung der bei der Bekämpfung von Erkältungskrankheiten üblichen Medikamente. Je nach Symptomen also die entsprechenden Schmerz- oder Linderungsmittel.

Was aber macht ein Patient, der keinen Hausarzt hat? „Spätestens das ist der Zeitpunkt, in dem jedem klar wird, wie wichtig es ist, einen Hausarzt als Ansprechpartner zu haben, der einen durchs System begleitet“, sagt Mühlenfeld. Aber wie findet man den in dem konkreten Fall? „Da würde ich in meinem näheren Umfeld suchen, mit Nachbarn oder Freunden sprechen, mir einen empfehlen lassen“, sagt Mühlenfeld.

Gibt es Fälle, in denen direkt das Krankenhaus die richtige Adresse für den Patienten ist? „Bei der Omikron-Variante sind solche Fälle bisher selten, ich selbst habe sie noch nicht gesehen, bei Alpha und der Delta-Variante war das durchaus manchmal anders“, sagt der Mediziner. „Etwa in Fällen von Luftnot oder Bewusstseinsstörungen, wenn jemand nicht mehr richtig wach ist, sich nicht mehr gut orientieren kann oder wenn er oder sie Kreislaufbeschwerden bekommt – da sollte man zeitnah seinen Hausarzt kontaktieren, der das abklärt und im Zweifel dann direkt eine Einweisung veranlasst. Und im Notfall sollte man natürlich dann auch die 112 anrufen.“ Hohes Fieber sei nicht besonders typisch für Omikron. Und es sei allein auch noch kein Grund, die Krankenhauseinweisung zu erwägen. Denn Fieber zeige ja erst einmal, dass die Abwehrreaktion des Körpers funktioniert.

Rat des Gesundheitsministeriums

Wer auf offiziellen Internetseiten nach medizinischen Verhaltenstipps sucht, findet nicht viel Konkretes. Wohl auch deshalb, weil die Fälle in ihrer Symptomatik so unterschiedlich sind und daher einheitliche Ratschläge schwierig sind, was wann zu tun ist. Immerhin ist da die Seite zusammengegencorona.de des Bundesgesundheitsministeriums. Da heißt es unter anderem: „Bitte bleiben Sie bei Erkältungssymptomen, egal welcher Art, zuhause und meiden Sie Kontakte. Das gilt auch bei einem positiven Testergebnis – unabhängig davon, ob Sie Krankheitszeichen haben und geimpft oder genesen sind. Wenden Sie sich in jedem Fall an Ihre behandelnde Ärztin oder Arzt, denn diese können die Lage am besten einschätzen.“

Außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten solle man sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116 117 wenden. Bei einem leichten Krankheitsverlauf könne man sich in Ruhe zuhause auskurieren. Und sollte dabei so wenig Kontakt wie möglich zu den Haushaltsangehörigen haben: „Nehmen Sie, wenn möglich, Ihre Mahlzeiten getrennt von den anderen Haushaltsmitgliedern zu sich. Lassen Sie sich, wenn möglich, Ihre Einkäufe vor die Haustür liefern, lüften Sie stets gründlich die Innenräume und tragen Sie eine Maske.“

Und dann ist da noch ein Verweis auf den sogenannten Covid-Guide. Klickt man im Internet die Seite covidguide.health/de an, um eine Handlungsempfehlung zu bekommen, muss der Nutzer in einem automatisierten Chat Fragen beantworten: welche Symptome er hat, seit wann, wie stark sie sind. Ob zum Beispiel der Husten so stark ist, dass Blut gehustet wurde. Durch das Programm lässt sich in etwa fünf Minuten navigieren, und dann gibt es eine Empfehlung, die im schlimmsten Fall so ausfallen kann: „Notfall. Die medizinische Behandlung muss jetzt erfolgen. Wenden Sie sich an die Notaufnahme eines Krankenhauses.“