Schlafen: Warum ausreichend Schlaf wichtig für die Gesundheit ist

Schlafen: Warum ausreichend Schlaf wichtig für die Gesundheit ist

Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Und das nicht ohne Grund: Schlafen ist für unser Wohlbefinden essenziell. Doch es fehlt uns nicht nur Energie am Folgetag, wenn wir zu wenig schlafen – für unsere langfristige Gesundheit ist genügend Ruhezeit ein großer Faktor.

Warum Schlaf wichtig ist

Um unseren Körper und Geist nach den Strapazen des Tages zu erholen müssen wir schlafen – wie alle anderen Tiere auch. Das ist keine neue Erkenntnis, und jeder, der in einer stressigen Woche ein paar kürze Nächte in Folge hatte, kann dies bestätigen. Doch natürlich geht die Relevanz von Schlaf für unsere Gesundheit noch weiter – sowohl geistig als auch körperlich. Zum einen sortiert unser Gehirn in der Nacht alle Informationen des Tages neu, um diese zu verarbeiten und neu gelerntes zu festigen. Somit ist also genügend Schlaf vor allem für Kleinkinder und Schüler von größter Wichtigkeit.

Vor allen die REM-Phase, während der wir häufig träumen, wird mit Lerneffekten und dem Wiederaufbau von mentalen Kapazitäten in Verbindung gebracht. Darauf beruht der moderne Ansatz für Traumdeutung – in den Schlafphasen, in denen das Gehirn aktiv arbeitet erfahren wir Bilder aus unserem Unterbewusstsein als Träume. Dies lässt dann wiederum auf die Themen schließen, die das Gehirn unterbewusst beschäftigt.

Da Schlafen somit essenziell für unsere Gesundheit ist, gehört es fest zu unserem täglichen Rhythmus: Wir schlafen nicht nur einfach dann, wenn wir müde werden, sondern wir werden gemäß dem Tag-Nacht-Rhythmus regelmäßig abends müde.

Welche Folgen erwarten uns bei zu wenig Schlaf?

Wenn wir nicht oder zu wenig ruhen geht unserem Körper die Energie aus. Doch nicht nur körperliche Müdigkeit beeinflusst unser Schlafverhalten. Auch eine angegriffene Psyche hat negative Auswirkungen auf unser Schlafverhalten, und kann zu Problemen führen.
Schon einmaliger Schlafentzug kann daher zu spürbaren Konsequenzen wie Konzentrationsschwächen und sogar Halluzinationen führen. Da sich das Gehirn nicht regenerieren kann, kann es nach langfristigen Schlafproblemen zu einem angegriffenen Nervensystem kommen. Es kommt zu Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis, eventuell zu Stimmungsschwankungen und letztendlich möglicherweise sogar zu Depressionen.

Körperlich muss man mit einem geschwächten Immunsystem rechnen. Es gibt sogar Studien, die bei Wenigschläfern ein erhöhtes Risiko für Diabetes, erhöhtem Blutdruck und im Alter sogar Demenz festgestellt haben. Auch werden vor allem körperliche Müdigkeitserscheinungen häufig mit Koffein oder ähnlichen Substanzen bekämpft, was noch weitere Gesundheitsrisiken in sich birgt.

Der berüchtigte Sekundenschlaf, der im schlimmsten Fall zu Autounfällen führt, ist ebenfalls eine bekannte Konsequenz. Doch auch weniger drastische Unfälle im Alltag können durch Übermüdung und Konzentrationsschwäche verursacht werden.

Was ebenfalls nicht vergessen werden sollte: Der sprichwörtliche Schönheitsschlaf hat seinen Ursprung durchaus in der Realität. Die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen und fehlende Zeit zur Regeneration kann zu einem unschöneren Hautbild führen.

Wie viel Ruhezeit brauchen wir?

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse relativieren ältere Faustregeln wie „etwa acht Stunden pro Nacht“ bis zu einem gewissen Grad. Laut einem Bericht US-Amerikanischer Wissenschaftler ist die tatsächliche optimale Zeit stark vom jeweiligen Alter des Menschen abhängig.
Für Erwachsene sind dies etwa sieben bis neun Stunden pro Nacht, bei Kindern je nach Altersklasse tendenziell mehr. Kinder unter 13 Jahren sollten beispielsweise deutlich über zehn Stunden täglich ruhen.

Zusätzlich zu den empfohlenen Schlafzeiten gibt es eine Toleranz, innerhalb der die Zeit für die jeweilige Altersklasse als noch akzeptabel gilt. Somit ist die tatsächlich benötigte Schlafdauer also zusätzlich von individuellen Faktoren abhängig. Hier gilt die Faustregel: Aufmerksam auf den eigenen Körper hören und bei möglichen Symptomen ärztlichen Rat konsultieren – besonders da die Anzeichen von Schlafmangel nicht besonders spezifisch sind, und daher möglicherweise viele andere Ursachen haben könnten.

Daher ist es sehr wichtig, möglichst immer genügend zu schlafen, auch wenn dies größere Änderungen in unserem Lifestyle erfordert. Jeder sollte möglichst viel dafür tun, vor allem auch in der Winterzeit genügend und vor allem erholsamen Schlaf zu bekommen.

Genügend schlafen - aber wie?

Damit ein regelmäßiger Schlafrhythmus möglichst effektiv eingehalten wird empfiehlt es sich auch, blaues Licht, welches vermehrt von Bildschirmen abgegeben wird, bereits einige Zeit vor dem Zubettgehen zu vermeiden. Da große Anteile von blauem Licht von unserem Körper als Tageslicht interpretiert werden kann es dazu führen, dass wir nicht richtig müde werden, wenn wir spät abends noch blauem Licht – beispielsweise von Smartphones – ausgesetzt sind. Diverse Apps oder so genannte „Nacht-Modi“, die viele moderne Geräte heutzutage anbieten, können diesbezüglich Abhilfe schaffen.

Foto: Unsplash

Doch dennoch sollte man versuchen, im Bett nicht mehr „am Handy zu hängen“. Damit der Körper an ein schnelles Einschlummern gewöhnt ist sollte man versuchen, das Bett bzw. das Schlafzimmer eben nur zum Schlafen zu verwenden. So wird es vom Unterbewusstsein nur damit und nicht mit anderen Aktivitäten in Verbindung gesetzt. Gleiches gilt für den Fernseher im Zimmer, so gemütlich es auch ist.

Als erster Schritt sollte natürlich versucht werden, einen regelmäßigen Rhythmus zur Gewohnheit zu machen, der den individuellen Bedürfnissen entspricht. Je besser der Schlafrhythmus in den gewohnten Tagesablauf passt, desto einfacher ist es, ihn auf Dauer einzuhalten.

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