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Teure Technik für den Zahnersatz

Teure Technik für den Zahnersatz

Fachmesse für Zahnmedizin zeigt in Köln Branchenneuheiten.

Köln. Wer hat den schönsten Zahnersatz im Land? Selbstbewusst wirbt die Dental-Industrie ab heute (bis 16. März) in Köln auf der größten Fachmesse für Zahnmedizin und Zahntechnik.

Vor allem immer ausgefeiltere Kunststoffe für zahnfarbene Füllungen oder Kronen entsprechen der Nachfrage nach mehr Ästhetik im Mund — und die Dental-Industrie ist mit mehr als vier Milliarden Euro Jahresumsatz ein Wachstumsmarkt.

Und so präsentieren verschiedene Firmen auf der Internationalen Dental-Schau IDS Hightech-Kunststoffe, die der Optik und den Eigenschaften eines echten Zahns entsprechen und für Inlays, Kronen oder provisorischen Zahnersatz gedacht sind.

Die Kunststoffe werden per Computerverfahren (CAD/CAM) hergestellt und sind besonders gehärtet. Trotzdem haben Experten Vorbehalte, denn bislang sind Kunststoffe wegen des großen Bruchrisikos meist dem Amalgam oder Gold unterlegen. Zudem hat der Aufwand seinen Preis: Bis zu 200 Euro Mehrkosten sind für solche Lösungen fällig.

Die Kosten sollte man also als Patient im Blick behalten, denn nicht alles Neue ist auch nötig. Gesichtsscanner etwa sind für Branchenkritiker Luxus. Der Scanner kreist um den Patienten und ist in ein dreidimensionales Röntgengerät integriert, so dass der Patient bei der Planung seinen Kiefer und den möglichen Zahnersatz schon im Computer in seinem Gesicht sehen kann.

Eine 3-D-Röntgenaufnahme kostet jedoch 150 bis 250 Euro extra, und für Celina Schätze, Vorsitzende des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde (DAZ), ist ein Gesichtsscanner höchstens sinnvoll für große Tumor- und Unfall-Rehabilitationen.

Eher unscheinbar ist ein Handgerät, das den Zahn per Infrarotlicht durchleuchtet und so Karies oberhalb des Zahnfleisches sichtbar macht — ohne Röntgen, ohne Strahlenbelastung, und in einem sehr frühen Stadium.

Parodontitis mit einem grünen Farbstoff ganz schmerzfrei behandeln, ohne blutige Schnitte ins Zahnfleisch, ohne Antibiotikum — das verspricht der Laser-Hersteller Elexxion. Indocyanin-Grün, bekannt aus der Augenheilkunde, werde in der Zahnfleischtasche mittels Laser aktiviert und zerstöre dort den Stoffwechsel der Parodontitis-Bakterien, sagt Sprecherin Marion Güntzel. Das Produkt heißt „Perio Green“.