Professionelle Zahnreinigung beugt vor

Professionelle Zahnreinigung beugt vor

Mundhygiene: Zahnärzte wehren sich gegen den Vorwurf, sie würden abzocken.

Düsseldorf. "Zahnärzte zocken Patienten ab" hieß es kürzlich in vielen Medien. Das Internetportal "www.geld.de" hatte Kosten für die Professionelle Zahnreinigung (PZR) verglichen. Ein Drittel der Zahnärzte berechne 80 bis 180 Euro "für zirka eine Stunde gründliches Zähneputzen". 16 Prozent kassierten zwischen 110 und 180 Euro. Geld.de sprach von "dreisten Fällen" und davon, dass bei den Zahnärzten mit der PZR "die Kassen klingeln". Befragt wurden 273 Zahnarztpraxen in Deutschland - von insgesamt etwa 40000.

Tatsächlich ist eine Professionelle Zahnreinigung oft teuer und wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die Bundeszahnärztekammer weist aber den Vorwurf der "Abzocke" zurück. Im Durchschnitt werde in Deutschland für die Professionelle Zahnreinigung ein Honorar von 77 Euro berechnet. Ein Zahnarzt sei aber in der Gebührenfindung nicht frei, sondern "den Regeln der amtlichen Gebührenordnung unterworfen" und müsse Schwierigkeit und Zeitaufwand berücksichtigen.

Der zeitliche Aufwand, so die Bundeszahnärztekammer, variiert erheblich: "Er hängt ab vom Alter, der Mundhygiene und dem Erkrankungsrisiko des Patienten, aber auch vom Zustand der Zähne und des Zahnhalteapparates sowie von der Anzahl der Zähne und der Art und Menge der vorhandenen Zahnbeläge." Zudem gehöre zur PZR nicht nur die Reinigung, sondern auch eine Politur, eine Fluoridierung und vor allem die Aufklärung des Patienten zur Verbesserung der Mundhygiene zu Hause.

Die Patienten sollten vor einer Behandlung fragen, was die Zahnreinigung kostet und im Zweifel eine Zweitmeinung einholen, rät Birgit Dohlus von der Zahnärztekammer Berlin. Auf keinen Fall sei eine zu häufige Zahnreinigung schädlich für Zähne und Zahnfleisch. Eine Zahnreinigung pro Halbjahr sei empfehlenswert, sagt Karsten Geist, Vizepräsident der Zahnärztekammer Berlin. "Es können aber auch häufigere Sitzungen sinnvoll sein, etwa bei erhöhtem Risiko für Karies oder Parodontitis, bei starken Rauchern, Kaffee- oder Teetrinkern.

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