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Neurodermitis oder Schuppenflechte – bei Kindern leicht zu verwechseln

Hautkrankheit bei Kindern : Neurodermitis oder Schuppenflechte – bei Kindern leicht zu verwechseln

Knapp 13 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden an Neurodermitis. Die Symptome ähneln denen der viel seltener auftretenden Schuppenflechte: gerötete, juckende Hautstellen. Für Kinderärzte ist es daher nicht einfach, die beiden Krankheiten auseinanderzuhalten.

Die Haut juckt, ist schuppig und rot – Neurodermitis oder Schuppenflechte? Besonders bei Kleinkindern fällt es schwer, die beiden Hautkrankheit voneinander zu unterscheiden. Beides sind chronische Erkrankungen, die schubweise auftreten und mit Entzündungen einhergehen. Für Eltern ist es aber wichtig zu wissen, woran ihr Nachwuchs tatsächlich leidet – nicht nur, um die tägliche Körperpflege daran anzupassen.

Diagnose durch den Facharzt

Hautarzt Dr. Ralph von Kiedrowski vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) weiß, warum die Diagnose so schwierig ist: „Weil Schuppenflechte und Neurodermitis auf den ersten Blick viele Ähnlichkeiten aufweisen können und eine Schuppenflechte eben sehr viel seltener vorkommt.“ Lediglich 0,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind von Psoriasis betroffen, so der medizinische Ausdruck für Schuppenflechte. Deshalb kann es sein, dass der Kinderarzt zunächst eine Neurodermitis vermutet. Weisen Kinder die typischen Symptome auf, sollten Eltern darum auch einen Facharzt konsultieren. Der Dermatologe hat weitere Möglichkeiten zur Untersuchung, falls die Blickdiagnose nicht eindeutig ist. „Wenn diese nicht ausreicht, kann er weitere Tests veranlassen, andere Erkrankungen wie zum Beispiel Pilzinfektionen ausschließen oder das Kind etwa auf vorhandene Allergien testen“, erklärt Dr. von Kiedrowski. „In Zweifelsfällen kann eine kleine operative Gewebeprobe im Mikroskop Klarheit bringen.“

Neurodermitis oder Schuppenflechte – bei Kindern leicht zu verwechseln
Foto: Dr. Ralph von Kiedrowski, BVDD

Die richtige Behandlung

Ist die Diagnose korrekt gestellt, kann gezielt mit Salben und Cremes gegen das jeweilige Krankheitsbild vorgegangen werden. Die regelmäßige und konsequente Pflege der Kinderhaut nimmt bei der Therapie einen hohen Stellenwert ein, betont Kiedrowski: „In der kalten Jahreszeit mit fetthaltigen, im Sommer mit feuchtigkeitshaltigen Cremes.“ Vor Salben mit Harnstoff (Urea) warnt er allerdings, besonders bei Neurodermitis brennen sie auf der akut entzündeten Haut. Bäder mit ölhaltigen Zusätzen kann der Hautarzt dagegen empfehlen. Sein Tipp ist das „Kleopatra-Bad“: „Eine Tasse Milch mit einem Esslöffel Olivenöl ins Badewasser geben.“

Bei den kleinen Psoriasis-Patienten kommen bei akuten Entzündungsschüben Salben mit Kortison zum Einsatz, manchmal auch Medikamente zum Einnehmen. „Kinder können je nach Schwere der Erkrankung auch innerliche Therapien erhalten wie zum Beispiel zahlreiche biologische Wirkstoffe, die sich ganz speziell gegen bestimmte entzündliche Botenstoffe richten“, erläutert Dr. von Kiedrowski. Darüber hinaus zeigen sogenannte Biologika bei mittelschweren und schweren Fällen, die bei Kindern eher selten auftreten, sehr gute Erfolge.

Ob Schuppenflechte oder Neurodermitis – es gibt viele Mittel gegen das lästige Jucken. Fachkundig angewandt und konsequent durchgeführt verschafft eine Therapie oft nicht nur Linderung. Bei Schuppenflechte lassen sich die Symptome immer häufiger auch komplett unterdrücken.