Neue Tabletten für die AOK-Versicherten

Neue Tabletten für die AOK-Versicherten

Ab Dienstag gelten andere Rabatt-Verträge: Der Wirkstoff bleibt, die Packung ändert sich. Betroffen sind vor allem chronisch Kranke, die seit längerem daselbe Medikament einnehmen.

Düsseldorf. Viele der mehr als 25 Millionen AOK-Versicherten müssen sich ab Dienstag auf Neuigkeiten in ihrer Apotheke einstellen. Mit Beginn des Juni sind die neuen Arzneimittel-Rabatt-Verträge der Krankenkasse in Kraft getreten. Betroffen sind vor allem chronisch Kranke, die seit längerem daselbe Medikament einnehmen. Sie erhalten zwar weiterhin den vom Arzt verschriebenen Wirkstoff. Das Medikament kann aber von einem anderem Hersteller sein, eine neue Verpackung und einen neuen Namen haben.

Die AOK hat mit 22 Pharma-Unternehmen Rabattverträge für insgesamt 63 Wirkstoffe abgeschlossen. Die Anwendungsgebiete reichen vom Bluthochdruck über Depressionen und Prostatabeschwerden bis hin zu Parkinson und Herzerkrankungen.

Sie gelten erst einmal mit einer Übergangsfrist von einem Monat: Vom 1. Juli an müssen alle 22 Pharmaunternehmen die volle Lieferfähigkeit erfüllen. Die Verträge laufen in zwei Jahren aus.

In der Regel kommt es nicht zu Problemen bei der Umstellung. In Einzelfällen können beispielsweise Allergiker neue Präparate nicht vertragen, weil zwar der Wirkstoff derselbe ist, aber das Präparat andere Zusatzstoffe enthält als dasjenige, das der Versicherte bis dahin eingenommen hat. Auch kann - in Einzelfällen - bei Patienten, die eine Vielzahl von Medikamenten einnehmen, die Gefahr von Verwechslungen steigen - insbesondere bei älteren Versicherten.

Rabatt-Arzneimittel haben grundsätzlich Vorrang vor anderen Präparaten. Der Patient hat also kein Wahlrecht. Allerdings haben Ärzte das Recht, bei medizinischen Bedenken ein anderes Präparat zu verschreiben. Der Apotheker muss sich dann auch an die Anweisung des Arztes halten.

Er sollte sich vom Arzt und Apotheker gut über das neue Präparat informieren lassen und bei gesundheitlichen Problemen sofort den Arzt aufsuchen.

Der Apotheker kann in diesem Fall ein anderes Medikament abgeben.

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