Mückenstich: Was den Juckreiz wirklich lindert

Mückenstich: Was den Juckreiz wirklich lindert

Spucke, Zwiebeln oder Salben sind wirksam. Von Stichheilern raten Experten ab.

Düsseldorf. Neben Wespen sind sie für viele Menschen das Lästigste, was der Sommer zu bieten hat: Mücken. Die Stiche der weiblichen Mücken, die das Blut für die Entwicklung ihrer Eier brauchen, sind hierzulande nicht gefährlich. Aber der Juckreiz kann einem die Nacht und den Tag verderben.

Von der Zwiebel bis zur Zahnpasta gibt es zahlreiche Hausmittel. Doch was hilft? Für Dr. Ellen Meyer-Rogge, Dermatologin aus Karlsruhe, stehen sie alle "gleichberechtigt nebeneinander".

"Spucke etwa enthält Enzyme, das mindert die Ent³zündungsreaktion." Aber auch Zitronensaft oder eine aufgeschnittene Zwiebel könnten helfen: "Jeder Mensch reagiert anders auf Mückenstiche. Deshalb kann auch jeder andere Erfahrungen machen."

Bei fast allen Mitteln gelte aber: "Je früher es aufgetragen wird, desto besser wirkt es, weil das Speichelsekret der Mücke dann noch nicht so weit ins Gewebe eingedrungen ist."

Mückenweibchen erleichtern sich nämlich das Blutsaugen: Sie spritzen beim Stich ein Speichelsekret in die Haut ein, das die Blutgerinnung verhindert. Auf dieses Sekret reagiert der Körper, indem er Histamine freisetzt. Die Folge ist eine entzündliche Reaktion mit einer Schwellung, Rötung und mit Juckreiz.

Das Kratzen fällt bei manchen Menschen stärker aus als bei anderen. Wenn die Haut sehr stark anschwillt, sollte man zum Arzt gehen. Ansonsten verschwindet ein Mückenstich in der Regel nach zwei bis drei Tagen - und zwar umso schneller, je mehr man ihn in Ruhe lässt.

"Wer kratzt, verschlimmert meist die Entzündung", sagt Ellen von Meyer-Rogge. Denn dann gelangt Schmutz in die Wunde.

Auch frei verkäufliche Salben lindern den Juckreiz, manche enthalten Antihistaminika, manche Kortison. "Beides funktioniert", sagt Prof. Helmut Schöfer vom Zentrum der Dermatologie.

"Weil das Histamin den Juckreiz auslöst, wirkt das Antihistaminikum dagegen. Und das Kortison ist in der geringen Menge und auf der begrenzten Hautstelle unbedenklich."

Kühlen hilft. Denn zum einen lenkt es vom Juckreiz ab, zum anderen hemmt es die Leitungsfähigkeit der Nerven. Andere schwören auf Hitze. Eine Zigarette auf den Stich zu drücken, ist zwar nicht empfehlenswert, aber so ähnlich funktioniert der Stichheiler "Bite away", der punktuell und elektronisch die Haut drei bis sechs Sekunden lang auf bis zu 53 Grad erwärmt.

Prof. Schöfer kritisiert, dass Studien zu der Wirkung auf die Eiweißstrukturen an der Einstichstelle bislang fehlen. Zudem kosten die Geräte bis zu 25 Euro.

Mehr von Westdeutsche Zeitung