Mit Impfung, Kondom und Hygiene Hepatitis vorbeugen

Köln (dpa/tmn) - Hepatitis mit ihren verschiedenen Virustypen ist eine tückische Krankheit - und im Prinzip kann sie sich jeder einfangen. Es gibt aber gute Schutzmöglichkeiten.

Müde fühlen sich viele Menschen oft, und auch ein Druckgefühl im oberen Bereich des Bauches hat so mancher mal. Dahinter können etliche Krankheiten stecken, aber eine davon ist je nach Form besonders gefährlich: Hepatitis. Die Viruserkrankung löst Entzündungen in der Leber aus, und das kann im schlimmsten Fall zu Leberzellkrebs führen. „Der Verdacht auf Hepatitis liegt immer dann besonders nah, wenn die Leberwerte erhöht sind“, erläutert Ingo van Thiel von der Deutschen Leberhilfe, die den Welt-Hepatitis-Tag am Sonntag (28. Juli) in Deutschland ausrichtet.

Doch so weit muss es gar nicht erst kommen. Denn eine Impfung, Safer Sex und gute Hygiene schützen häufig vor einer Ansteckung. Unterteilt wird die Krankheit in verschiedene Virustypen. Mit Typ A, auch als Reisegelbsucht bekannt, kann man sich van Thiel zufolge recht schnell über verunreinigtes Essen und Trinken, Kot oder verschmutztes Badewasser anstecken. Gerade in südlichen Ländern gilt deshalb der Rat, nur gekochte oder schälbare Speisen zu verzehren und grundsätzlich auf gute Hygiene zu achten. „Der sicherste Schutz vor Hepatitis A ist eine Impfung, die auch in Kombination mit der Impfung gegen Typ B möglich ist“, ergänzt der Experte.

Hepatitis B sei über Blut „unglaublich ansteckend“, aber auch über andere Körperflüssigkeiten könne das Virus übertragen werden. Neben der Impfung schütze ein Kondom vor der Ansteckung, wenn ein Partner infiziert ist. „Alle Gegenstände, an denen Blut sein kann wie Nagelscheren oder Zahnbürsten, sollte man dann auch nicht teilen“, empfiehlt van Thiel. Auch werden Piercing- oder Tattoo-Studios besser gemieden, wenn dort unhygienische Verhältnisse herrschen.

Immer nur gemeinsam mit Typ B kann Hepatitis D (Delta-Virus) auftreten. „Wer gegen B geimpft ist, kann Delta nicht bekommen“, sagt van Thiel. Übertragen werde es wahrscheinlich ähnlich wie B. „Im Alltag schwer zu kriegen“ sei dagegen Hepatitis C. Das Virus werde fast immer durch Blut übertragen. „Beim heterosexuellen Standardprogramm passiert selten etwas.“ Da es gegen Typ C keine Impfung gibt, helfe nur das Vermeiden von Blutkontakt. Wie bei Typ B kann man sich außerdem schützen, indem man keine Gegenstände mit anderen teilt, denen Blut anhaften könnte. Piercer oder Tätowierer müssen absolut steril arbeiten, um Infektionen von Kunde zu Kunde zu verhindern.

Ähnlich wie Hepatitis A zu bekommen ist Typ E: Es kann über Nahrung, Wasser oder Kot und außerdem über Tiere übertragen werden. Daher gelten dieselben Empfehlungen wie gegen Typ A. In Europa sei noch kein Impfstoff gegen E zugelassen. „E ist ein bisschen die verschärfte Variante von A und kann zum Beispiel bei Schwangeren, vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel, tödlich enden“, warnt van Thiel. Gefährdet seien auch Menschen mit extrem geschwächtem Immunsystem, etwa nach einer Organtransplantation.

Literatur:

Deutsche Leberstiftung (Hrsg.): Das Leber-Buch. Schlütersche. 160 S. Euro 14,95, ISBN-13: 978-3-89993-588-2

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