Männerproblem Prostata: Hilfe durch den PSA-Test?

Zur Krebs-Vorsorge wird häufig das Prostata Spezifische Antigen (PSA) gemessen. Die Untersuchung ist jedoch umstritten.

Düsseldorf. Immer häufiger wird unter Männern über Sinn oder Unsinn einer speziellen Blutuntersuchung bei der Vorsorge diskutiert, die Bestimmung des Prostata Spezifischen Antigens (PSA). Dabei handelt es sich um ein Enzym, das in bestimmten Zellen der Prostata gebildet wird und an verschiedene Eiweiße gebunden ist. Da es sich nicht um einen Tumormarker der Prostata, sondern um einen Organmarker handelt, bedeutet ein erhöhter Wert nicht automatisch, dass ein Prostatakarzinom vorliegen muss. Damit wird auch klar, dass der Test als Methode zum Screening nicht geeignet ist. Beeinflusst wird der Wert durch eine altersbedingte Vergrößerung, durch Entzündungen oder eine bösartige Veränderung der Prostata. Wird ein festgelegter Schwellenwert zwischen vier bis zehn ng/ml erreicht, hilft die Auftrennung des PSA in die Bestimmung des Gesamtanteils und des nicht an Eiweiß gebundenen Anteils (freies PSA) weiter, da ein gebildeter Quotient beider Werte eine genauere Abgrenzung zulässt. Trotz begleitender Einflüsse des PSA-Wertes durch zunehmende Größe der Prostata, Alter des Patienten und sportliche Aktivitäten wie Radfahren überwiegen die Vorteile der Untersuchung: Sie liefert dem Urologen wichtige Informationen, die weder die Tastuntersuchung noch Ultraschalluntersuchungen alleine liefern können. Auch werden Verlaufskontrollen einer festgestellten Vergrößerung oder einer bösartigen Entartung der Prostata ermöglicht. Die Kosten dieser Blutbestimmung im Rahmen einer Früherkennungsmaßnahme liegen bei 20 bis 30 Euro und müssen selbst getragen werden. Doch die Untersuchung gibt dem Urologen die Chance, bei Bedarf zu handeln und nicht die eventuell ernsten Konsequenzen einer verspätet erkannten Prostataerkrankung mitteilen zu müssen.

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