Keine strenge Bettruhe nach Schlaganfall

Keine strenge Bettruhe nach Schlaganfall

Berlin (dpa/tmn) - Schlaganfall-Patienten erholen sich schneller, wenn sie in den ersten 24 Stunden danach nicht strenge Bettruhe halten. Das belegt eine wissenschaftliche Studie aus Australien, auf die die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) in Berlin hinweist.

Je länger die Betroffenen liegen, desto mehr Muskeln bauen sie ab und desto schwächer wird ihr Kreislauf. In den zertifizierten sogenannten Stroke Units, die sich in Deutschland auf die akute Betreuung dieser Patientengruppe spezialisiert haben, gehört der DSG zufolge die frühzeitige Mobilisation bereits zum Behandlungsstandard.

In der australischen Studie ging es um Patienten, die nach Möglichkeit innerhalb von 24 Stunden nach ihrem Schlaganfall das Bett zum ersten Mal wieder verlassen sollten. Ein Physiotherapeut und eine Krankenschwester betreuten sie in den ersten 14 Tagen in der Klinik intensiv. Die frühzeitig Mobilisierten brauchten im Durchschnitt nur dreieinhalb Tage, um die ersten 50 Meter gehen zu können. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe schafften das erst nach sieben Tagen.

Außerdem konnten die „Frühaufsteher“ ohne Reha direkt nach Hause entlassen werden. Nach Angaben der DSG gelang das bei herkömmlicher Behandlung nur bei jedem vierten Patient. Darüber hinaus ergaben spätere Nachuntersuchungen, dass die schnell wieder aufgestandenen Patienten in einer besseren körperlichen Verfassung waren und besser im Alltag klar kamen.

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