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Häusliche Pflege: So gelingt der Infektionsschutz

Ratgeber : Häusliche Pflege: So gelingt der Infektionsschutz

Das Thema Infektionsschutz ist aufgrund der Corona-Pandemie aktueller denn je. Pflegekräfte sind durch ihre Ausbildung und fachliche Kompetenz gut auf die Durchsetzung der zusätzlichen Hygienemaßnahmen vorbereitet.

Wie aber sieht es bei der häuslichen Pflege von Angehörigen aus? Ein Blick in den Pflegealltag verrät, dass Pflegehilfsmittel eine besondere Hilfestellung leisten können.

Corona stellt private Helfer vor große Herausforderungen

Erhebungen zeigen, dass rund Drei Viertel der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden. Neben ambulanten Pflegediensten engagieren sich vor allem Angehörige im Pflegealltag. Eine Tätigkeit, die körperlich und psychisch an den Kräften zehren kann. Vor allem deshalb, weil Angehörige einfach näher dran sind - sie können deshalb auch nach getaner Arbeit oft nicht gut abschalten. Corona hat den Pflegealltag in der häuslichen Umgebung vielerorts umgekrempelt. Die zusätzlichen Hygienemaßnahmen und die entfallenen Betreuungsprogramme stellen private Helfer vor große Herausforderungen. Mehr denn je gilt es den Pflegealltag genau durchzustrukturieren, nun immer mit einem Auge auf den Infektionsschutz und die besonderen Anforderungen durch Covid-19.

Das 1x1 in Sachen Infektionsschutz

Unabhängig davon, um welche Infektionskrankheit es sich handelt, ist Hygiene besonders wichtig. Sie sollte zu einem festen Bestandteil im Pflegealltag werden, um Pflegebedürftige und pflegende Angehörige gleichermaßen zu schützen. Zur festen Routine gehören folgende Maßnahmen:

  • AHA-Regeln einhalten: Das Regelwerk hat insbesondere das Ziel, Infektionen mit Sars-CoV-2 zu vermeiden. Abstand halten (A), Hygiene betreiben (H) und Alltagsmasken tragen (A) gehören dazu.
  • Gründliche Reinigung von Oberflächen und Gegenständen: Dadurch, dass Pflegebedürftige in der Regel nicht mehr so mobil sind, können Verunreinigungen entstehen, die eine Verbreitung von Krankheitserregern unterstützen. Pflegende Angehörige sind deshalb mit der Aufgabe betraut, regelmäßig Oberflächen und Gegenstände zu reinigen. Dazu zählen Toilettensitze, Haltegriffe und Türklinken. Oftmals reichen dafür klares Wasser und Haushaltsreiniger aus. In Zeiten von Corona kann eine Oberflächendesinfektion mit Desinfektionsmitteln sinnvoll sein.
  • Regelmäßiger Wäschewechsel: Sowohl Kleidung als auch Bettwäsche bedürfen einer regelmäßigen Reinigung. Um Verunreinigungen und krankheitserregende Keime zu entfernen, sind 60° und Vollwaschmittel empfehlenswert. Zudem bieten Hersteller Hygienespüler an, der direkt zur Wäsche gegeben werden kann.
  • Müll richtig entsorgen: Im Pflegealltag fallen verunreinigte Abfälle an wie Verbandsmaterial oder Inkontinenzauflagen. Die entsprechenden Abfälle werden am besten in verschließbaren Mülleimern zwischengelagert und später im Restmüll entsorgt.

Pflegehilfsmittel vereinfachen den Pflegealltag

Es gibt zahlreiche Pflegehilfsmittel für die häusliche Pflege, die genutzt werden können, um diesen zu erleichtern und den Infektionsschutz zu verstärken. Dazu zählen insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie Einmal-Handschuhe, Desinfektionsmittel und FFP2-Masken. Um eine pflegebedürftige Person zu umsorgen, können auch Bettschutzeinlagen und Schutzkittel nötig sein. All diese Materialien fallen unter die Kategorie „Pflegehilfsmittel zum Verbrauch“. Angehörige, die sich in der privaten Pflege engagieren, haben einen Anspruch auf 40 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Durch die Corona-Pandemie sind die Beschaffungskosten für Pflegehilfsmittel gestiegen. Der Gesetzgeber hat entsprechend darauf reagiert - Pflegepersonen stehen nun 60 Euro im Monat für die Verbrauchsgüter zur Verfügung. Auch FFP2-Masken sind jetzt mit inbegriffen. Pflegebedürftige können von einem besonderen Service Gebrauch machen und sich monatlich eine zuzahlungsfreie Pflegemittel-Box nach Hause liefern lassen.

Verständnis und Geduld vereinfachen den Infektionsschutz

Der Infektionsschutz gelingt, indem zahlreiche Maßnahmen in den Alltag integriert werden. Diese Maßnahmen sind für Pflegebedürftige nicht immer nachvollziehbar. In der Corona-Zeit kann die Pflege mit Masken oder der erhöhte Hygieneaufwand Pflegebedürftige verunsichern. Darunter vor allem jene, die eine eingeschränkte Alltagskompetenz aufweisen. Mit viel Verständnis und Geduld können der Infektionsschutz und die zugehörigen Maßnahmen vereinfacht werden. Es lohnt sich, das Gespräch mit dem Pflegebedürftigen zu suchen und ihm zu erklären, warum sich der Pflegealltag nun anders darstellt. Werden Fragen offen und ehrlich beantwortet, bietet das die Möglichkeit, trotz der erschwerten Bedingungen eine Pflege auf Augenhöhe zu ermöglichen. Schließlich ist Vertrauen im Pflegealltag ein wertvolles Gut.