Folgen des milden Winters

Folgen des milden Winters

Hohe und wechselhafte Temperaturen bringen einiges durcheinander.

Düsseldorf. Bis zu zwölf Grad und vielerorts noch keine einzige Schneeflocke. Der Winter ist außergewöhnlich warm. Wie wirkt sich das auf Menschen, Tiere und Pflanzen aus?

„Die Wärme als solche ist für den Menschen kein Problem“, sagt Diplom-Meteorologin Angelika Grätz vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „Wenn wir im Winter auf die Kanaren fliegen, bekommt uns die Wärme ja auch.“ Das Problem liege für wetterfühlige Menschen in diesen Tagen vor allem in den starken Temperaturschwankungen, die die Tiefdruckgebiete mit sich bringen. Das führe bei manch einem dazu, dass er nicht gut schlafe, verstimmt oder gar depressiv sei.

Die Heuschnupfenzeit beginnt in diesem Jahr schon sechs Wochen früher als in kalten Wintern. „Die Pollen fliegen schon wieder. Für Allergiker ist das der Beginn einer langen Leidenskette“, sagte DWD-Meteorologe Günther Hamm. Den Pollenflug könnte nur ein plötzlicher Kälteeinbruch stoppen, doch der sei in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Es wird mit Schmuddelwetter und bis zu zehn Grad Temperaturen gerechnet.

Der DWD hat bereits seine bundesweit 45 Pollenmessfallen wieder aktiviert. Normalerweise sind im Winter nur zehn Messfallen in Betrieb. Allergiker werden in diesen Tagen vor allem von Haselnuss-Pollen geärgert, denn Hasel-Pflanzen zählen zu den Frühblühern. Auch die Erle und die Birke dürften früher als sonst mit dem Pollenflug beginnen.

Felix Grützmacher vom Naturschutzbund Deutschland sagt: „Die Tiere haben natürlich weniger Kältestress. Sie verbrauchen nicht so viel Energie, um die Körpertemperatur zu halten. Sie verbrennen weniger Fett und müssen nicht so viel Energie in die Nahrungssuche stecken. Manche Vögel, wie die Kohlmeise und der Kleiber, hätten schon mit ihren Balzgesängen begonnen.

Dass es im Frühjahr oder Sommer wegen des warmen Winters zu einer Insekten-Plage kommen wird, glaubt Grützmacher nicht: „Das ist oft eine Fehleinschätzung. Die meisten Insekten, so auch Mücken, seien an sehr kalte Winter angepasst. „Klar, Schwächere erfrieren sonst eher, aber da wird das warme Wetter keinen so großen Unterschied machen.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung