Wie sicher ist die Wertanlage Gold bezüglich der langfristigen Kaufkraft?

Gold als Wertanlage : Wie sicher ist die Wertanlage Gold bezüglich der langfristigen Kaufkraft?

Die Geldanlage in Gold ist ökonomisch betrachtet keine Beteiligung in Produktivkapital wie beispielsweise Aktien. Investiert ein Anleger sein Geld in Unternehmensanteile, so kann er vom Mehrwert, den das Unternehmen durch Forschung, Entwicklung und Innovationen erwirtschaftet, profitieren.

Erfolgreiche Unternehmen sind gewinnbringend unternehmerisch tätig und schaffen auf diese Weise ebenfalls Mehrwerte. Diese Mehrwerte geben sie in Form von Renditen an die Anleger weiter. Gold hingegen schafft keinen solchen Mehrwert. Allerdings ist mit Gold auch kein unternehmerisches Risiko verbunden. Die Kapitalanlage in Aktien kann im schlimmsten Fall zum Totalverlust des investierten Geldes führen.

Der Kauf von Gold

Gold erfreut den Betrachter mit seiner Schönheit, seinem Glanz. Es gibt nichts, das den edlen Glanz von Gold trüben könnte. In den letzten Jahren ist Gold bei den Anlegern immer beliebter geworden; Gold ist ein Wert für die Ewigkeit. Der Edelmetallhandel in Deutschland boomt. Bücher über neue Krisen und Crashs stehen auf den Bestsellerlisten. Auch die Presse titelte Mitte 2019 beispielsweise in sueddeutsche.de: „Es droht die nächste große Wirtschaftskrise.“ Sie animieren dazu, Geld nicht auf dem Konto zu belassen, sondern in hartes Metall zu tauschen, bevor der große Crash kommt. Bis Ende 2019 war es möglich, bis zu 9.999,99 Euro Gold anonym im stationären Handel zu erwerben. Seit Januar 2020 müssen Käufer, die mehr als 2.000 Euro in Gold investieren möchten, ihre Personalien hinterlassen. Im Onlinehandel stellt sich diese Frage erst gar nicht. Wer beispielsweise bei feingoldhandel.de kaufen möchte, besteht nicht darauf, anonym sein Geld zu investieren. Durch die Bezahlung per Überweisung, Kreditkarte oder Bankeinzug sind dort die Personalien direkt hinterlegt.

Gold ist langfristig wertstabil

Goldbesitz trägt keinerlei unternehmerisches Risiko. Es entstehen keine Forderungen gegenüber Dritten, wie das mit verzinsten Wertpapieren der Fall ist. Deshalb gibt es für Gold keine laufenden Zinsen. Diese Tatsache lässt sich als Qualitätsmerkmal betrachten. Bei Anleihen zahlen Emittenten, also die Herausgeber einer Anleihe, mit schlechter Bonität hohe Zinsen. Daraus lässt sich folgern, dass Gold – würde es als Wertpapier betrachtet – von bester Bonität und sehr verlässlich ist. Die Anlage in Gold kann nicht bankrottgehen. Wer Gold besitzt, kann sicher sein, dass sich die bestehende Goldmenge nicht kurzfristig inflationär ausdehnt. Im Zeitverlauf wuchs die Goldmenge immer mit der Wirtschaftsleistung. Deshalb ist Gold eine so stabile Wertanlage über längere Zeit, die ihre Kaufkraft über mehrere Generationen nicht verloren hat. Eine Unze Gold kostet heute etwa so viel wie ein Maßanzug. Im alten Rom entsprach der Gegenwert einer Unze Gold dem Preis für eine Toga. Das Beispiel zeigt, dass Gold insbesondere langfristig eine sehr wertbeständige Geldanlage ist.

Der Vergleich der Anlagerisiken

Festverzinsliche Wertpapiere gelten als sichere Geldanlage, die dennoch Rendite abwerfen. Doch auch bei diesen Geldanlagen gibt es gewisse Risiken, die für fast alle verzinslichen Geldanlagen bestehen. So gibt es das Zinsänderungsrisiko, das den Kurs der Anleihen während der Laufzeit erheblich schwanken lässt. Viele Anleger vernachlässigen das Ausfallrisiko. Dabei gilt grundsätzlich, dass das Ausfallrisiko höher ist bei höherer Rendite. Die Verzinsung ist quasi eine Risikoprämie für den Fall, dass das Papier ausfällt. Juristisch gesehen hat der Anleger eine Forderung gegenüber dem Schuldner. Allerdings ist es heute nicht sehr wahrscheinlich, dass Anleger ihr eingesetztes Kapital komplett oder teilweise verlieren, wenn der Staat als Schuldner auftritt. In der Geschichte gibt es viele Beispiele, dass dies dennoch vorkommen kann.

Gold als kurz- und mittelfristige Geldanlage

Bei Gold als kurz- oder mittelfristige Geldanlage kann es zu großen Schwankungen kommen. Wer in Gold investieren möchte, sollte diese Tatsache auf jeden Fall bedenken. Es ist häufig die Rede davon, dass Gold sehr volatil und hoch spekulativ ist. Beim Vergleich der Kursschwankungen zwischen Gold und anderen Anlageklassen, ist Gold auf keinen Fall sehr volatil. Die Schwankungsbreite von Gold war in den letzten 20 Jahren wesentlich geringer als bei Öl oder anderen Edelmetallen. Bei kurzfristigen Anlagen können die Kursschwankungen durchaus nachteilige Folgen haben. Anleger sollten sie nicht unterschätzen.

Gold – eine seriöse Geldanlage

Gold hat sich langfristig als sehr seriöse Anlageform bewährt. Das gilt nicht nur in Krisenzeiten oder bei Hyperinflation. Wenn die Inflationsraten steigen und die Zinsen am Geldmarkt den Kaufkraftverlust für eine Währung nicht mehr ausgleichen können, hat sich Gold als wertbeständige Geldanlage bewährt. In diesem Fall ist das Edelmetall eine beliebte Absicherungsstrategie, um die steigende Inflation abzufangen. Bei Gold gilt natürlich wie bei allen Wertanlagen, dass nicht alles Geld in nur eine Anlageform investiert werden sollte. Im Rahmen eines ausgewogenen Depots hat Gold auf jeden Fall seinen Platz. Es gibt in der Geschichte nur wenige Wertanlagen, die sich über viele tausend Jahre bewährt hat. Gold außen vor zu lassen bedeutet, die vergangene Geschichte zu ignorieren.

Gold ist mehr als eine sichere Geldanlage

Gold ist in unsicheren Zeiten eine wertbeständige Anlageform, die nicht nur das Vermögen schützt. Investoren, die langfristig ihr Geld anlegen, erhalten eine reale Rendite. Im neuen Jahr hat der Goldkurs extrem zugelegt und sich damit erneut als Krisenwährung bewiesen. Die Krise zwischen USA und Iran hat in erster Linie für diese Kursänderungen gesorgt. Am Tag nach dem militärischen Angriff des Irans auf die amerikanische Militärbasis stieg der Goldkurs exorbitant auf das höchste Niveau seit fast sieben Jahren. Wie nachhaltig dieser Anstieg sein wird, muss sich noch zeigen. Anlageexperten zufolge ist der Preisanstieg nicht solide. Tatsache ist allerdings, dass der Goldpreis, seitdem er in den 1970er-Jahren freigegeben wurde, nachzulesen unter welt.de, pro Jahr durchschnittlich circa acht Prozent zugelegt hat bis Ende 2018. Vergleichsbasis dabei waren die jährlichen Durchschnittspreise, um die Preisspitzen ausgleichen. Die jährliche Inflation in Deutschland lag im gleichen Zeitraum bei durchschnittlich 2,7 Prozent. Damit konnten die Anleger reale Kursgewinne in dieser Periode erzielen.