Ratgeber Steuern sparen am Jahresende: Das können Unternehmen tun

Für Unternehmen ist die Buchhaltung eines der lästigsten Themen schlechthin. Nicht selten möchten sie den Jahresabschluss rasch abschließen.

Steuern sparen am Jahresende: Das können Unternehmen tun
Foto: Unsplash.com/Kelly Sikkema

Es lohnt sich gleichwohl, die Zahlen genau zu prüfen. Denn vielfach besteht Optimierungspotenzial, wodurch Firmen ihre steuerliche Belastung reduzieren. Eine geschickte Vorgehensweise ist unerlässlich.

Über Sonderregeln informieren

Die steuerlichen Regeln gleichen mittlerweile einem Dickicht aus unterschiedlichsten Paragraphen und Vorschriften. Unternehmen setzen daher zunehmend auf Steuerberater, um nicht in Konflikt mit dem Finanzamt zu geraten. Die steuerliche Beratung ist nach Expertenmeinung von enormer Bedeutung. Der Fiskus fühlt den Unternehmen in vielen Regionen stärker als bislang auf den Zahn. Aus diesem Grund sollten Unsicherheiten und Möglichkeiten der Gewinnschmälerung immer mit ausgewiesenen Fachpersonen geklärt werden. Das komplexe Steuerrecht bietet reichlich Chancen, um die Bilanz legal zu optimieren. Jedoch sind selbst den Selbstständigen nicht alle Möglichkeiten und Steuertricks bekannt. Durch ein sensibles Vorgehen reinvestieren Unternehmen überschüssige Gewinne und tragen zu einem gesunden Wachstum der Firma bei. In Zeiten zunehmender Konkurrenz durch internationale Konzerne ist dieser Aspekt sehr bedeutsam.

Rückstellungen in der Bilanz prüfen

In der Buchhaltung gelten Rückstellungen als Verbindlichkeiten, deren Höhe bisher nicht abschließend geklärt ist. Klassisches Beispiel sind Schadensersatzforderungen oder Nachbesserungen durch Mängel, für die Betriebe entsprechende Kosten kalkulieren. Unternehmen geben diese Ausgaben auf der Passivseite an und reduziere ihre steuerliche Last. Rückstellungen sind aber nur bedingt erlaubt und sollten stets plausibel sein. Das Finanzamt verlangt häufig Belege, aus denen nachvollziehbar hervorgehen sollte, warum eine Rückstellung angegeben wurde. Daher sollten sich Unternehmen vorab mit ihrem Steuerberater zum Thema austauschen.

Ausgaben und Investitionen vorziehen

Der Gewinn eines Unternehmens wird durch Betriebsausgaben gemindert. Mit dieser einfachen Formel reduzieren Konzerne ihre steuerliche Belastung effektiv. Investitionen senken nämlich den Betrag, auf den in einem Wirtschaftsjahr Steuern zu entrichten sind. So ist den meisten Firmen etwa der Investitionsabzugsbetrag ein Begriff. Ferner sind Abschreibungen beim Ziel behilflich, weniger Geld an den Fiskus abführen zu müssen. Insbesondere bei großen Wirtschaftsgütern wie kostenintensiven Maschinen sollten Unternehmen die Wertminderung gewissenhaft dokumentieren. Sie reduziert die Steuerlast gleichmäßig. Möchte eine Firma ihre Erträge für ein bestimmtes Wirtschaftsjahr absenken, ist es manchmal sinnvoll, eine bereits geplante Investition ins laufende Jahr vorzuziehen.

Geldspenden in der Weihnachtszeit absetzen

Pünktlich zum Jahresende werden in der Mehrzahl der Privatsender Spendenmarathons veranstaltet, um Geld für wohltätige Zwecke zu organisieren. Zahlreiche Betriebe spenden in der Weihnachtszeit ebenfalls für Tierschutzvereine, Bildungseinrichtungen sowie andere mildtätige Organisationen. Abgesehen von den positiven moralischen Aspekten mindern Geldzuwendungen auch die steuerliche Belastung einer Firma. Wer im Dezember eines Jahres noch an einen gemeinnützigen Verein spendet, sollte eine Spendenquittung anfordern und diese dem Finanzamt auf Verlangen vorlegen. Bis zu 20 % der Einnahmen können steuerlich geltend gemacht werden. In der Praxis empfiehlt es sich, diese Grenze nicht beliebig auszureizen. Sonst könnte das Finanzamt unangenehme Fragen stellen.

Steueroptimierung lohnt sich

Die in diesem Artikel aufgeführten Methoden sind nur eine kleine Auswahl der Möglichkeiten, über die Betriebe zur Steueroptimierung verfügen. Insgesamt zeigen Beispielrechnungen das hohe Potenzial von gewinnmindernden Ausgaben und Buchhaltungsposten. Insofern rentieren sich entsprechende Maßnahmen immer. Mit einer hoffentlich schnellen Bearbeitungszeit dürfen sich Unternehmen oft sogar über Rückerstattungen freuen.

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