Recht: Urlauber können Bangkok-Reisen kostenlos stornieren

Recht: Urlauber können Bangkok-Reisen kostenlos stornieren

Laut Verbraucherschützern gelten die Unruhen in der thailändischen Hauptstadt als höhere Gewalt.

Hamburg. Die Besetzung des Flughafens Bangkok durch Demonstranten hat auch die Pläne deutscher Reisender durcheinander gebracht.

Mehrere Veranstalter strichen gestern ihre Anreisen nach Bangkok mindestens bis zum Wochenende - darunter Tui, Dertour Meier’s Weltreisen und Thomas Cook. Unterdessen weisen Verbraucherschützer darauf hin, dass Pauschalurlauber ihre Bangkok-Reisen kostenlos stornieren können.

Das kostenlose Stornieren von Bangkok-Reisen sei unter Berufung auf "höhere Gewalt" möglich, sagt Bettina Dittrich, Juristin der Verbraucherzentrale Sachsen. Das gilt insbesondere für Reisen, die sich auf die Hauptstadt konzentrieren. "Der Reisepreis, beziehungsweise die Anzahlung, wird dann zurückerstattet."

Betroffene sollten sich mit ihrem Veranstalter in Verbindung setzen. Auch die Tui wies auf die Möglichkeit eines kostenlosen Stornos hin.

Etwas anders sieht die Lage laut Dittrich aus, wenn die Reise zwar nach Thailand führt, aber nicht oder nicht in erster Linie nach Bangkok. Solange die Anreise möglich ist, kann dann nicht ohne weiteres kostenlos storniert werden. Das gilt auch für Reisen, die erst in mehreren Wochen geplant sind. Auch hier empfiehlt die Verbraucherschützerin, sich mit dem Reiseveranstalter abzustimmen.

Noch anders sieht die reiserechtliche Situation für Urlauber aus, die nicht bei einem Veranstalter gebucht, sondern sich selbst ihr Flugticket bei einer Fluggesellschaft gekauft haben. Auch in diesem Fall gebe es einen Anspruch auf Ersatz der Kosten, wenn der Flug ausfällt.

Ist das der Fall, zum Beispiel weil der Zielflughafen wegen politischer Unruhen gesperrt ist, bleibe der Kunde nicht auf seinen Kosten sitzen, sagte Birgit Zandke-Schaffhäuser von der Schlichtungsstelle Mobilität in Berlin. Nach EU-Recht gebe es die Möglichkeit, dann kostenlos umzubuchen oder sich die Ticketkosten erstatten zu lassen.

Betroffene Kunden sollten sich an ihre Fluggesellschaft wenden und klären, ob sie später fliegen oder ihr Geld zurückbekommen können. Die Variante, am gleichen Flugtag einen Platz in einer Maschine zu einem anderen Flughafen zu bekommen, sei die am wenigsten wahrscheinliche.

Wie treu viele Thailand-Urlauber dem Land sind, lässt sich daran ablesen, wie die Touristen umbuchen, die derzeit nicht nach Bangkok kommen: "Von denen stornieren die wenigsten", sagt Matthias Rotter von Meier’s Weltreisen. Die meisten blieben beim Zielgebiet und ließen sich andere Orte oder Termine heraussuchen.

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