1. Ratgeber
  2. Geld & Recht

Private Krankenversicherung: Deutlicher Zuwachs bei Zusatzversicherungen

Private Krankenversicherung: Deutlicher Zuwachs bei Zusatzversicherungen

Düsseldorf. Die private Krankenversicherung scheint auf Erfolgskurs. Vor allem im Bereich der Zusatzversicherungen kann die Private zulegen. Das belegen die Zahlen des Geschäftsjahres 2011. Die Zahl der Verträge im Bereich der Pflegezusatzversicherung wuchs um fast elf Prozent, bei den Krankenzusatzversicherungen legte die Private um 2,5 Prozent zu.

Bei der privaten Vollversicherung hingegen liegt die Zuwachssteigerung nur bei rund einem Prozent. „Es gibt heute so viele Privatversicherte wie nie zuvor“, sagte Reinhold Schulte, Vorsitzender des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV) bei der Vorstellung der Zahlen. Rund 31 Millionen beträgt die Gesamtzahl. Dabei entfallen allerdings nur knapp neun Millionen auf die private Vollversicherung. Der Rest der Verträge sind Zusatzversicherungen.

Allein rund 23 Millionen Verträge machen Krankenzusatzversicherungen aus wie stationäre Zusatztarife, Tarife für Heilpraktiker oder Zahnzusatzversicherungen. 1,9 Millionen Verträge entfallen auf die Pflegezusatzversicherung, die zunehmend in den Fokus rückt, bei der aber immer noch nach Ansicht der PKV „großer Nachholbedarf“ besteht.

„Durchschnittlicher Beitragsanstieg rund zwei Prozent“ Einer der Hauptkritikpunkte an der privaten Krankenversicherung sind die erheblichen Beitragssteigerungen, mit denen Versicherte im Laufe der Jahre konfrontiert werden. Auch wenn der Verband derzeit einen durchschnittlichen Beitragsanstieg von nur rund zwei Prozent ermittelt hat, lag dieser in der Vergangenheit meist bei fünf Prozent, in einigen Tarife im Durchschnitt sogar bei zehn Prozent.

Als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung hat sich die Private in einigen Bereichen als sinnvoll erwiesen. So kann man über einen stationären Zusatztarif bei einem Krankenhausaufenthalt sich den Status eines Privatversicherten einkaufen. Auch beim teuren Zahnersatz, den gesetzlich Versicherte bei hochwertiger Versorgung zu einem Großteil aus eigener Tasche bezahlen müssen, kann eine Zusatzpolice sinnvoll sein, die je nach Tarif einen großen Teil der Kosten erstattet.

Ebenso im Bereich Pflege ist eine Police sinnvoll, da die gesetzlichen Zuschüsse im Pflegefall nur rund die Hälfte der entstehenden Kosten deckt. Die private Krankenversicherung wird oft gleichgesetzt mit der Gewährleistung einer besseren medizinischen Versorgung. Dies trifft aber bei der Vollversicherung nur zu, wenn man auch hochwertige Tarife wählt. Bei günstigsten Einsteigertarifen, mit denen die Private oft wirbt, ist man oft schlechter abgesichert als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Junge, gesunde Alleinstehende können sich vergleichsweise günstig in der Privaten absichern — für einen hochwertigen Tarifen bezahlt ein 30 Jahre alter Mann ab 400 Euro im Monat, eine Frau ab 500 Euro. Familien hingegen zahlen erheblich mehr als im gesetzlichen System, da jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag abschließen muss.