1. Ratgeber
  2. Geld & Recht

5 Tipps, um finanzielle Engpässe zu überwinden

Ratgeber : 5 Tipps, um finanzielle Engpässe zu überwinden

Eine finanzielle Schieflage entsteht oft schneller, als sich das die meisten Menschen vorstellen können. Beispielsweise dann, wenn aufgrund eines unerwarteten Jobverlusts das regelmäßige Einkommen in der gewohnten Höhe nicht mehr zur Verfügung steht oder außergewöhnliche Situationen wie Krankheiten oder Todesfälle innerhalb der Familie kurzfristige große finanzielle Belastungen zur Folge haben. Mit diesen fünf Tipps ist es jedoch möglich, finanzielle Engpässe zu überwinden.

Tipp #1: Geld im privaten Umfeld leihen

Am Naheliegendsten ist es, sich Geld im Verwandten- oder Bekanntenkreis zu leihen. Was zunächst nach einer guten Idee klingt, sollte in der Praxis jedoch sorgfältig abgewogen werden. Nicht immer ist es von Vorteil, sich innerhalb der Familie in ein Abhängigkeitsverhältnis zu begeben.

„Beim Geld hört die Freundschaft auf“ besagt ein bekanntes Sprichwort. In vielen Fällen stimmt das, denn nicht nur enge Freundschaften, sondern ganze Familien sind schon an den Streitigkeiten zerbrochen, die entstehen, wenn das Geld gar nicht oder zur spät zurückbezahlt wird.

Der Vorteil ist jedoch, dass das Geld in den meisten Fällen zinsenfrei und unmittelbar ohne weitere Komplikationen zur Verfügung steht. Wichtig bei dieser Form der Geldbeschaffung ist für beide Parteien, dass sie einen entsprechenden Vertrag aufsetzen, in dem die grundlegenden Dinge wie die Höhe des Darlehens und die Modalitäten zur Rückzahlung genau geregelt sind und diesen in weiterer Folge auch unterschreiben.

Bei der Steuererklärung ist für die Darlehensgeber übrigens Vorsicht geboten. Vor allem, wenn sie für das geborgte Geld trotz der guten Freundschaft Zinsen verlangen, denn diese müssen in weiterer Folge auf der Steuererklärung ausgewiesen werden.

 Bei privaten Geldleihgeschäften empfiehlt sich die Aufsetzung eines entsprechenden Vertrags, in dem die grundlegenden Bedingungen geregelt sind.
Bei privaten Geldleihgeschäften empfiehlt sich die Aufsetzung eines entsprechenden Vertrags, in dem die grundlegenden Bedingungen geregelt sind. Foto: Pixabay.com/mohammed_hassan CCO Public Domain

Tipp #2: Ein Zwischenfinanzierungsdarlehen aufnehmen

Ein Zwischenfinanzierungsdarlehen wird von den Kreditgebern kurzfristig vergeben. Es ist vor allem immer dann eine gute Lösung, wenn die endgültige Finanzierung in der Zukunft bereits gesichert ist, das entsprechende Geld dafür aber noch nicht zur Verfügung steht.

Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn die eigene Wohnung verkauft wurde und der Betrag vom Käufer noch nicht überwiesen wurde. Oder wenn eine Lebensversicherung zu einem bestimmten Zeitpunkt ausbezahlt wird, dieser aber noch ein wenig in der Zukunft liegt.

Da ein Zwischenfinanzierungsdarlehen oft mit einem erhöhten Zinsaufwand verbunden ist, empfiehlt sich stattdessen in vielen Fällen aufgrund des aktuellen Zinsniveaus auch ein einfacher Ratenkredit. Die Konditionen können jedoch auch hier sehr unterschiedlich ausfallen.

Mehrere Angebote einzuholen und miteinander zu vergleichen ist für Privatpersonen ein sehr hoher Arbeitsaufwand, wenn dafür an jedes in Frage kommende Kreditinstitut eine eigene Anfrage gestellt werden muss. Für erhebliche Arbeitserleichterung sorgen hier Anbieter wie beispielsweise Smava, wo die einzelnen Angebote unverbindlich, schnell und unkompliziert miteinander verglichen werden können.

Tipp #3: Wertgegenstände im Pfandleihhaus abgeben

Wer seine Wertgegenstände im Pfandleihhaus abgibt, muss sich im Vorfeld zwei Dinge bewusst machen:

· Wenn keine finanzielle Möglichkeit besteht, die Gegenstände nach Ende der Vertragslaufzeit wieder auszulösen, sind sie möglicherweise für immer verloren. Deshalb sollte hier vor allem mit Familienerbstücken sehr sorgsam umgegangen werden.

· Vor allem die Gebühren führen dazu, dass der effektive Jahreszinssatz im Vergleich zu einem Kredit bei einer Bank sehr hoch ausfällt. Je niedriger die Summe, desto höher der Zinssatz. Bei einer Kreditsumme von 100 Euro werden beispielsweise monatlich bis zu einem Euro an Zinsen und 2,50 Euro an Gebühren fällig. Das entspricht einem effektiven Jahreszinssatz von 42 Prozent.

 Für Vinyl wird auf Flohmärkten und entsprechenden Internet-Plattformen mitunter viel Geld bezahlt.
Für Vinyl wird auf Flohmärkten und entsprechenden Internet-Plattformen mitunter viel Geld bezahlt. Foto: Pixabay.com/artemtation CCO Public Domain

Der große Vorteil bei der Pfandleihe ist, dass die Abwicklung in den meisten Leihhäusern rasch und unkompliziert erfolgt und die schlechte Bonität des Pfandnehmers dabei keine Rolle spielt. Für eine kurzfristige Überbrückung in absoluten Notlagen ist es als die letzte Alternative zu sehen, wenn niemand anderer das Geld zur Verfügung stellen kann oder die Gegenstände nicht auf anderem Weg zu Geld gemacht werden können. Was uns gleich zum nächsten Tipp bringt…

Tipp #4: Gegenstände auf Ebay und Flohmärkten verkaufen

Lokale Trödlermärkte wie beispielsweise der Flohmarkt „Weiberkram“ in der alten Parfümfabrik in Düsseldorf ziehen in der Regel viele Besucher an. Schon klar, in Zeiten der Corona-Pandemie ist unsicher, wann und wo der nächste Flohmarkt stattfinden kann. Doch in der Regel sind diese eine gute Möglichkeit, um seine wertvollen privaten Schätze zu Geld zu machen. Gefragt sind vor allem alter Schmuck, Uhren, Bilder, Möbel sowie alte Langspielplatten und Singles.

Wer die lockere Atmosphäre, die auf vielen Flohmärkten herrscht und die persönlichen Gespräche weniger schätzt, kann es auch auf digitalem Weg versuchen. Plattformen wie Ebay oder Shpock sind die richtige Anlaufstelle, um eine entsprechende Kleinanzeige im Internet aufzugeben. Bevor die Artikel online gestellt werden, empfiehlt es sich, eine Preis-Recherche vorzunehmen, um besser einschätzen zu können, welche Beträge dafür noch verlangt werden können.

Gebrauchte Kleidung, DVD´s, CD´s und Videospiele werden auch von Großhändlern wie Ubup oder Momox gekauft. Diese zahlen dafür allerdings einen wesentlich geringeren Betrag als private Konsumenten im Einzelverkauf.

Tipp #5: Laufende Kosten aussetzen

Vor allem bei all jenen, bei denen aufgrund eines plötzlich niedrigeren Einkommens das Geld nicht mehr für das komplette Monat ausreicht, empfiehlt sich eine Inventur der Dauerschuldverhältnisse.

Diese werden in finanziell „guten“ Zeiten gerne und oft abgeschlossen, ohne über die Folgen nachzudenken. Dazu gehören beispielsweise teure Handy-Verträge, Streaming-Gebühren für Netflix & Co., Abos von Magazinen und Tageszeitungen sowie Versicherungen und Sparverträge.

Nicht immer ist hier aufgrund der Vertragsbedingungen eine Reduzierung beziehungsweise Aussetzung möglich. Doch in vielen Fällen zeigen sich die Unternehmen erstaunlich verhandlungsbereit.

In der Regel können zumindest Versicherungen und Sparverträge für einen bestimmten Zeitraum stillgelegt werden. Streaming-Abos haben meist eine kurze Kündigungsfrist und können spätestens per Monatsende gekündigt werden.

Mit dem Smartphone-Anbieter kann ein günstiger Vertrag ausgehandelt werden. Falls die Mindestlaufzeit bereits abgelaufen ist, stehen die Karten hierfür sehr gut, weil der Anbieter in diesem Fall auch gewechselt werden könnte.

Bei Abos von Tageszeitungen lassen sich die Verlage oft zu einer Übernahme des Vertrages durch eine andere Person überreden.