Geld: Rentner dürfen hinzuverdienen

Geld: Rentner dürfen hinzuverdienen

Es gibt keine Verdienstgrenze für Senioren, die arbeiten. Zudem steht ihnen der Mindesturlaub zu.

Düsseldorf. Immer mehr Über-65-Jährige arbeiten. Rund 900.000 Senioren ab 65 üben derzeit eine sozialversicherte Tätigkeit aus oder haben als Rentner einen angemeldeten Mini-Job. Wer im Rentenalter erwerbstätig sein will, für den kommen zwei Varianten in Frage:

Mit 65 endet das Arbeitsleben keineswegs automatisch. Man kann manchmal auch mit 65 beim alten Arbeitgeber weiterarbeiten. Alter ist nämlich in Deutschland kein Kündigungsgrund. Und Rente gibt es dann nur, wenn man einen Rentenantrag stellt. Diesen kann man jedoch auch aufschieben und sich beispielsweise erst mit 67 oder 70 vom Arbeitsleben verabschieden.

"Wer erst nach dem 65. Lebensjahr mit dem Arbeiten aufhört, bekommt später mehr Rente", sagt Stefan Braatz von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Das Altersruhegeld erhöht sich nämlich pro Monat des späteren Einstiegs um 0,5 Prozentpunkte. Wer erst mit 67 in Rente geht, erhält also derzeit noch eine um zwölf Prozent höhere Rente - und zwar lebenslang. Hinzu kommt: Wer über das 65. Lebensjahr hinaus arbeitet, ist in der Regel auch weiterhin rentenversicherungspflichtig. Die gezahlten Beiträge bringen dann nochmals eine Rentenerhöhung.

"Wenn Rentenbezieher 65 Jahre alt sind, interessiert uns gar nicht, ob sie noch arbeiten", sagt Braatz. "Denn neben der regulären Altersrente darf man dann zusätzlich beliebig viel verdienen - ohne dass die Rente gekürzt wird." Anders ist dies vor der regulären Rentenaltersgrenze. Wer noch nicht 65 ist und Altersrente bezieht, darf maximal 400 Euro im Monat hinzuverdienen. Wer mehr verdient, dessen Altersrente wird gekürzt - und zwar mindestens um ein Drittel.

Das Arbeitsrecht gilt auch für Rentner, die nebenher jobben. Sie müssen also so bezahlt werden wie es im Tarifvertrag steht oder betriebsüblich ist. Rentnern steht auch Urlaub zu. Sie können wenigstens den Mindesturlaub verlangen, den das Bundesurlaubsgesetz vorschreibt - also 24 Werktage oder vier Wochen pro Jahr.

Mehr von Westdeutsche Zeitung