Freizeit: Das Einmaleins für Hobby-Griller

Freizeit: Das Einmaleins für Hobby-Griller

Beim ersten Sonnenstrahl denken die Deutschen nur an das Eine: Fleisch braten. Wir zeigen, wie es richtig geht.

Düsseldorf. Marinierte Schweinekoteletts, Hühnchen-Spieße und Rippchen, dazu einen knackigen Salat, würzige Soßen und frisches Brot - so stellt sich der Deutsche den perfekten Grill-Abend vor. Aber wer richtig Grillen will, muss einiges beachten. In Zusammenarbeit mit Elmar Hör vom Grillsportverein Suarius aus Dinkelscherben geben wir Tipps, damit es gut und leckerer wird.

"Grundsätzlich ist es wichtig, einen vernünftigen Grill zu besitzen. Denn wer Billig-Grills kauft, zum Beispiel von der Tankstelle, kauft zweimal", sagt der Experte. Gut geeignet sind Holzkohle-, Kugel- und Gasgrills. Oberstes Gebot: Den Grill niemals unbeobachtet lassen!

Unter den Grillsportlern gilt es übrigens als "Todsünde", Alufolie oder Alugrillschalen zu verwenden. Das sei sinnlos, weil die Alufolie nur den Weg der Hitze von den Kohlen zum Fleisch stoppe und das Grillgut kleben bleibe. "Wenn das Fett dann runter in die Glut tropft, brennt und raucht alles", so Hör. Grillen in Aluschalen sei "einfach eine der schlimmsten Angewohnheiten der Deutschen".

Hör rät von Spiritus und anderen Brandbeschleunigern ab. "Lieber einen Anzündkamin benutzen. Der ist sicherer und funktioniert kinderleicht." Bei einem Anzündkamin zündet man erst Papier an und setzt dann den mit Kohle befüllten Kamin darüber. Nach etwa 25 Minuten ist die Kohle grillfertig durchgeglüht und man kann sie auf den Rost schütten.

Oft gesehen, jedoch beim Grillsportverein verpönt: Bier über das Fleisch schütten. "Das sollte man nicht tun. Dadurch wird Asche aufgewirbelt, die sich dann auf dem Grillgut absetzt."

"Kein vormariniertes Fleisch kaufen", sagt Hör. "Stattdessen sollten Hobby-Griller frisches und gutes Fleisch beim Metzger erwerben und es selbst würzen. Merke: Lieber gut und weniger als billig und schlecht." Außerdem wichtig: Das Fleisch immer kühl aufbewahren und nicht in der prallen Sonne stehen lassen. Sauberkeit hat oberste Priorität!

Für den optimalen Heizwert sollte man nicht an der Kohle oder den Briketts sparen. Hör rät, immer genügend Säcke parat zu haben. Für Gas-Griller: Mindestens eine Ersatzflasche vorrätig haben. So bleibt auch die Grill-Party in Gang.

"Hobby-Griller sollten eine vernünftige Grillzange verwenden und nicht mit einer Gabel im Sekundentakt das Fleisch perforieren oder wenden", sagt der Experte. "Sonst tritt zuviel Saft aus." Grundsätzliches Prinzip: "Fürs Grillen muss man sich Zeit nehmen. Hektik ist hier fehl am Platz."

Was ungeduldige Grill-Fans unbedingt beachten sollten: Das Fleisch nach dem Grillen erst einmal ruhen lassen. "Die Säfte müssen sich verteilen können", erklärt Hör. Außerdem möchte sich wohl keiner die Zunge verbrennen.

Damit das Grillgut gleichmäßig "durch" wird, empfiehlt der Experte eine bestimmte Technik: Temperaturzonen auf dem Grill schaffen. "Dafür ordnet man die Kohle oder Briketts beispielsweise in Treppenform an. Zum Anbraten legt man das Fleisch über die Stelle mit den meisten Kohlen, da dort die größte Hitze herrscht. Wenn man das Grillgut nur warm halten möchte, legt man es über die mittelwarme Hitze-Stelle, unter der nur einige Kohlen liegen. Eine Ecke des Grills bestückt man nicht mit Kohlen - und auch nicht mit Fleisch-, damit die Hitze des Grills zur Seite ausweichen kann. "

Um das Grillgut weder verbrannt, noch roh vom Grill zu nehmen, empfiehlt Hör regelmäßig die Kerntemperatur zu messen. "Dazu benötigt man ein gutes Thermometer, zum Beispiel eins mit Sonde oder eins mit Infrarot." Bei letzterem muss man das Grillgut zum Messen noch nicht einmal berühren.

Ganz wichtig: "Nur einer steht am Grill und hat das Sagen." Denn: Viele Köche verderben den Brei - oder das Fleisch.

Mehr von Westdeutsche Zeitung