Sperren, löschen, ablehnen: Tipps gegen Cyber-Stalking

Sperren, löschen, ablehnen: Tipps gegen Cyber-Stalking

Mainz (dpa/tmn) - Meist sind es enttäuschte Liebhaber, die Frauen über das Internet oder Handy terrorisieren. Den Betroffenen bleibt nur, den Angreifer so weit es geht abzublocken. Wichtig ist es auch, sich Verbündete zu suchen.

Beleidigende Posts im Internet, Telefon- und SMS-Terror: Oft sind Frauen auf diesen Kanälen von Stalking betroffen. In der Regel sind es bekannte Personen wie Ex-Partner oder Arbeitskollegen, die dem Opfer nachstellen. Laut einer aktuellen Studie der EU-Grundrechte-Agentur (FRA) hat in Deutschland fast jede vierte Frau seit ihrem 15. Lebensjahr Stalking schon einmal erlebt. In einer solchen Situation hilft Betroffenen nur, sich konsequent gegen den Stalker abzuschotten, rät Anna Rau von der Organisation Weisser Ring. Hier die wichtigsten Tipps:

Accounts sichern:Alle Konten sollten so sicher wie möglich gemacht werden, rät Rau. Das betrifft E-Mail, Twitter und soziale Netzwerke. „Das heißt: Erstmal ein sicheres Passwort wählen, nichts verwenden, was die andere Person kennen könnte, wie den Namen des Haustiers.“ Das verhindere, dass jemand das eigene Konto hackt. Außerdem dürften keine Mail-Adressen oder Telefonnummern in Foren oder Netzwerken veröffentlicht werden.

Diffamierende Inhalte löschen lassen: Wer plötzlich beleidigende Äußerungen oder peinliche Bilder über sich bei Twitter und Co entdeckt, sollte schnell aktiv werden und sich an den jeweiligen Anbieter wenden. „Meist kommen die der Bitte nach und löschen die betreffenden Posts“, erklärt Rau. Wichtig sei auch, den Angreifer beispielsweise im Sozialen Netzwerk sperren zu lassen.

Umfeld informieren: Oft schämen sich Stalking-Opfer für ihre Situation. Andere einzuweihen, kann aber gleichzeitig mehr Schutz bedeuten: „Die anderen müssen wissen, dass sie keinerlei Informationen beispielsweise an den Ex über mich herausgeben dürfen. Zum Beispiel wo ich zuletzt war und was ich mache.“ Sinnvoll ist es auch, den Nachbarn Bescheid zu sagen, dass sie keine Pakete annehmen sollen. Natürlich gilt das auch für die betroffene Frau: Nichts entgegennehmen, was man nicht bestellt hat, sondern ablehnen und zurückschicken.

Beweise sichern: Wie beim herkömmlichen Stalking ist es auch bei dem Umweg über das Internet wichtig, alle Beweise zu sammeln. „Führen Sie ein Tagebuch, indem sie alles notieren: Wie viele Anrufe und SMS kamen wann?“, rät Rau. Auf Grundlage dieser Daten sei es leichter, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

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