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Zwei mal am Tag rausgehen: Mit Einzelkind durch die Corona-Zeit: Was Familien hilft

Zwei mal am Tag rausgehen : Mit Einzelkind durch die Corona-Zeit: Was Familien hilft

Mit anderen Kindern zu spielen, ist während der Corona-Krise schwierig. Vor allem Einzelkinder haben kaum andere Kontakte. Eltern können aber ein paar Dinge tun, um das aufzufangen.

Corona bedeutete in den vergangenen Wochen in erster Linie Kontaktsperren. Allmählich ist es zwar wieder möglich, sich mit Freunden und anderen Familien zu treffen. Von gewohnter Normalität sind viele dennoch weit entfernt. Besonders leiden Kleinkinder ohne Geschwister, die derzeit viel Aufmerksamkeit von ihren Eltern brauchen.

„Wir wissen aus der Forschung, dass Kleinkinder sehr soziale Wesen sind und den Kontakt mit Gleichaltrigen benötigen. Sei es, dass sie mit einem anderen Kind etwas entdecken und lernen oder gemeinsam Konflikte austragen“, sagt Sabine Andresen, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes.

Entspannung im Park

Die Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin Daniela Lempertz rät daher Eltern, Weite zu schaffen. Konkret heißt das, nach Möglichkeit zwei Mal am Tag mit dem Kind rauszugehen. „Beruhigend für Kinder und Eltern sind Achtsamkeitsübungen. Man kann draußen zusammen drei bewusste Atemzüge nehmen und gucken, wer am längsten ausatmen kann. Oder sich vornehmen, beim Ausatmen die Wolke anzuschieben“, sagt sie.

Ein weiterer Tipp: „Sich zum Yoga im Park mit einer Freundin und ihrem Kind zu verabreden. Selbst für die Kleinsten gibt es schon einfache Positionen zum Nachmachen.“

Im Freien sind auch einige Spiele möglich, bei denen sich Kinder mit Abstand begegnen, etwa beim Verstecken, Ballschießen oder Gummitwist.

Dort, wo Häuser mit Gärten angrenzen, können sich Kinder beim Spielen zuschauen. Mit dem Nachbarskind kann auch vom Fenster aus kommuniziert werden. Lempertz empfiehlt, ein Dosentelefon zu basteln.

Videotelefonie kann kleine Kinder verstören

Häufig setzen Eltern Videotelefonate ein, in der Hoffnung, den Kontakt zu anderen Kindern und Verwandten aufrechtzuerhalten. „Kommunikationsmedien funktionieren bei vier- oder fünfjährigen Kindern einigermaßen, sie ersetzen aber nicht den persönlichen Kontakt“, sagt Sabine Andresen. „Bei noch kleineren Kindern führen Video-Anrufe eher zur Verstörung. Die Jüngsten können nicht nachvollziehen, dass sie nicht zur Oma auf den Arm können.“

Wie Kinder ihren Unmut ausdrücken

Trotz vieler kreativer Ideen, die Situation zu überstehen, bleibt sie für Familien belastend. „Wenn ein Elternteil zwischen wachsam und angespannt sein hin und her pendelt, spüren das die Kleinen“, sagt Daniela Lempertz. Sie fühlen mehr, als sie sprachlich ausdrücken können, und verstehen nicht, was um sie herum passiert.

Das kann Folgen haben: Alarmsignale, dass das Kind etwas beschäftigt und blockiert, erkenne man am veränderten Verhalten. „Es gibt Kinder, die verstummen, obwohl sie bereits sprechen können und solche, die plötzlich Alpträume haben oder häufig aufwachen in der Nacht. Andere sind auf einmal anhänglicher, häufiger weinerlich oder wütend.“

In der Corona-Zeit können positive Erlebnisse helfen: „Mit den Kindern und auch für sich selbst sollte man jeden Tag gucken, was geht und nicht, was nicht geht“, rät Lempertz. Hilfreich könne es sein, jeden Tag eine Art Tagebuch mit dem Kind zu führen, in dem man aufschreibt, malt oder zeichnet.

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