Männerstrip am Frauentag - Umsatzplus am traditionellen Kampftag

Männerstrip am Frauentag - Umsatzplus am traditionellen Kampftag

Schwerin (dpa) - Was mit Muttertag und Valentinstag gelang, sollte mit dem Internationalen Frauentag auch möglich sein - denken sich Händler und Gastronomen im Osten Deutschlands. Sie machen zum Teil schräge Angebote rund um den 8. März.

Der Frauentag ist längst nicht mehr nur ein Kampftag für die Rechte des weiblichen Geschlechts. In der DDR, wo der 8. März einen sehr hohen Stellenwert genoss, wurde er in Frauenkollektiven oft hemmungslos gefeiert, mit Wein, Eierlikör und Tanz bis in den Morgen. Heute versuchen Handel und Gastronomie vor allem in den neuen Ländern ihre Chance zu nutzen - auch wenn Blumenläden weniger als zu Mutter- oder Valentinstag verkaufen, wie Unternehmer berichten.

Foto: dpa

Vor allem Einzelblüten und Frühlingstöpfchen werden zum 8. März von Firmenchefs für ihre weiblichen Mitarbeiter bestellt, sagt eine Angestellte im „Blumenhaus am Pfaffenteich“ in Schwerin. Auch Politiker tragen zum Umsatz der Branche bei. So ordert die SPD Rosen, die der Landesvorsitzende und Ministerpräsident Erwin Sellering am 8. März verteilen will. Die Linke in der Landeshauptstadt bestellt 160 langstielige Nelken, um sie an Frauen zu verschenken.

Foto: dpa

Branchenverbände haben sich bislang nicht mit den ökonomischen Aspekten des Weltfrauentags beschäftigt, wie Anfragen beim Deutschen Floristenverband und beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband ergaben. Es könnte sich lohnen: Da veranstalten Kaufhäuser Frauentagspartys mit Häppchen, Live-Musik und Kunst. Der Einladung beigefügt ist ein Gutschein für einen Einkauf an dem Abend. Restaurants laden zum Drei-Gänge-Freundinnen-Menü zum Sonderpreis, nur am 8. März.

Foto: dpa

Das Hotel „Ambiente“ in Bad Wilsnack in der brandenburgischen Prignitz bewirbt den 8. März im Internet unter der Überschrift „Den Weltfrauentag gebührend feiern!“ und hat ein Paket mit Wellness geschnürt. Doch werde das Angebot noch nicht in dem Maße angenommen wie erhofft, sagt Direktor Nils Daase. Seiner Beobachtung nach geht das Interesse am Frauentag etwas zurück. „Wir wollen das wieder beleben.“ Nächstes Jahr will er den 8. März erneut bewerben, „und ein bisschen aggressiver“, sagt er.

Zu den erfolgreichsten Veranstaltungen landauf, landab, die unter dem Label „Frauentagsparty“ segeln, gehören Diskos mit Erotik. In Sachsen-Anhalt organisiert ein Radiosender gleich zwei und will jeweils mehr als 1000 junge Frauen anlocken. Aufgeboten werden dazu unter anderem die „Florida Dream Boys“. Auch Großraumdiskos in Mecklenburg-Vorpommern plakatieren großräumig solche Feiern zum Frauentag. Maik Dreiza, Geschäftsführer der „Event-Arena“ in Spornitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hat jahrelange Erfahrungen damit. „Die werden immer gut besucht“ sagt er. Dreiza rechnet mit mehreren hundert weiblichen Gästen, wenn die Party am Vorabend des Internationalen Frauentags steigt - mit kostenlosem Sekt und Männer-Stripshow.

Mehr von Westdeutsche Zeitung