DLRG: Ältere Menschen riskieren oft Badeunfälle

Gotha (dpa) - Viele ältere Menschen fühlen sich fit - und überschätzen sich deswegen manchmal. Gerade beim Schwimmen sollten sie es aber lieber sachte angehen lassen und die Wirkung des Wassers nicht unterschätzen.

Sonst kann das böse Folgen haben.

Menschen jenseits der 50 erleiden nach Einschätzung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) besonders häufig Badeunfälle. „Wir beobachten das schon seit ein paar Jahren“, sagt der Präsident des DLRG-Verbandes Thüringen, Harry Sloksnat. Eine große Rolle spiele dabei körperliche Überforderung. „Manchmal ist es aber auch die pure Unvernunft.“

„Ältere Leute halten sich meist nicht für unsportlich, weil sie ins Fitness-Studio gehen oder Rad fahren“, erläutert Sloksnat. „Das Problem ist aber oftmals, dass sie die Wirkung des Wassers auf den Körper unterschätzen, zum Beispiel die Kreislaufbelastung durch Wassertemperatur oder Strömung.“ Menschen im Seniorenalter hätten nicht selten mit gesundheitlichen Tücken zu kämpfen, die das Risiko für Badeunfälle erhöhten. „Ältere Menschen sollten es beim Schwimmen deshalb sachte angehen lassen, sich erst einmal im knietiefen Wasser eingewöhnen und nicht gleich losschwimmen.“

Sloksnat vermisst eine zielgerichtete Aufklärung älterer Menschen über Baderisiken. „Es kommt aber auch vor, dass Aufklärung auf taube Ohren stößt“, kritisiert er. „Was soll man dazu sagen, wenn 60-, 70-Jährige bei riskantem Wellengang allen Warnungen zum Trotz unbedingt ins Wasser wollen.“

Zweite große Risikogruppe für Badeunfälle sind nach Einschätzung der Rettungsschwimmer-Organisation Schulkinder mit mangelnden Schwimmkünsten. Kriterium für sicheres Schwimmen sei nicht der Erwerb des Seepferdchens, sondern die Fähigkeit zum ausdauernden Schwimmen, sagt Sloksnat. „Mindestens 15 Minuten ohne Pause sollte man durchschwimmen können.“

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