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Das Geschäft mit der Corona-Angst

Dubiose Angebote : Das Geschäft mit der Corona-Angst

Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation und keiner weiß so recht, wie er darauf reagieren soll. Die Krise ruft aber zunehmend dubiose Geschäftemacher auf den Plan: Das Geschäft mit der Angst ist lukrativ. Von Vorbeugekuren oder Heilmittel gegen Corona, über Wucherpreise für Schutzausrüstung und wirkungslose Selbsttests – darauf sollten Sie achten.

Im Moment weiß keiner so richtig, was außer zu Hause bleiben und Abstand halten bleiben noch richtig ist. Die Corona-Krise ist für uns alle eine Ausnahmesituation – und das wissen auch Trickbetrüger. Im Moment kommen nahezu täglich Innovationen auf den Markt, die die neuartige Coronavirus-Krankheit eindämmen wollen. Aber manchmal wird es schwierig zu unterscheiden, was davon wirklich hilfreich ist und wer nur ein Geschäft mit der Angst machen will.

Nahrungsergänzungsmittel gegen Corona?

Frische Luft, Bewegung und eine gesunde Ernährung sind grundsätzlich wichtige und richtige Maßnahmen für ein stabiles Immunsystem. Es gibt zwar noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu, inwiefern ein gestärktes Immunsystem den Verlauf von Covid-19 abmildern kann. Wichtig ist jedoch, etwaige Nährstoffmängel festzustellen und diese durch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel auszugleichen. So ist der Körper zumindest optimal auf eine mögliche Infektion vorbereitet. Wichtige Nährstoffe für das Immunsystem sind unter anderem Vitamin D sowie die Mineralstoffe Zink und Selen.

Im Moment ist das Internet aber voll von Produkten, die den Viren den Kampf ansagen sollen. Vitaminpillen, Pulver oder Kügelchen, die speziell gegen Corona helfen sollen – für hunderte von Euro aus dubiosen Quellen. Und diese Produkte werden mit Erfolg verkauft. Da zurzeit aber noch keine Therapien oder eine Impfung vorhanden sind, geben solche Nahrungsergänzungsmittel den Menschen wenigstens das Gefühl, etwas gegen das Virus tun zu können. Solche falschen Versprechen sind nicht nur aus medizinischer Sicht fragwürdig, sie verstoßen auch gegen EU-Recht. Dieses setzt der Werbung mit Gesundheitsversprechen eigentlich enge Grenzen. Zu wenig Produkte werden im Internet kontrolliert und so können dubiose Geschäftemacher hohe Gewinne einfahren. Zwar warnte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bereits im März vor Nahrungsergänzungsmitteln mit irreführenden Versprechen, doch immer mehr Anbieter sind seitdem im Netz aufgetaucht und mangels Personal gestaltet sich die Kontrolle derer als schwierig. Als Verbraucher ist es daher wichtig, bei Online-Shops darauf zu achten, ob die Seite ein Impressum mit Adresse sowie Informationen zum Datenschutz vorweisen kann. Vielen Fake-Shops fehlen solche Angaben.

Foto: ©istock.com/Kerkez

Corona-Selbsttests für zu Hause: Quelle ist entscheidend

Da die Symptome teilweise nur sehr schwierig zu deuten sind und es auf den ersten Blick Corona-Tote ohne Symptome gab, fühlen sich viele Menschen unsicher. Zum jetzigen Zeitpunkt werden Tests auf Covid-19 nur unter bestimmten Voraussetzungen beim Arzt oder im Krankenhaus in Auftrag gegeben. Dabei wäre es für eine Eindämmung der Pandemie nur von Vorteil, so früh wie möglich zu wissen, ob man infiziert ist oder eben nicht. Vor allem im Internet werden jetzt zahlreiche Selbsttests für zu Hause angeboten – und das zu horrenden Preisen und ohne jegliche Wirkung. Der Handel mit diesen gefälschten Produkten floriert. Schon Anfang März wurden weltweit 4,4 Millionen illegale Arzneimittel und fast 37.000 nicht genehmigte Produkte wie Selbsttest-Kits beschlagnahmt. Mehr als 2000 davon standen in direkter Verbindung zur Covid-19-Krise und das ist nur ein Bruchteil vom Geschäft, das aufgedeckt wurde. Dabei gibt es inzwischen Anbieter wie die cerascreen GmbH, die Corona-Selbsttests für Privatverbraucher entwickelt haben, die nicht nur gesetzliche Vorgaben erfüllen, sondern auch ein zertifizierter Hersteller von Medizinprodukten mit TÜV-geprüftem Labor ist. Verbraucher sollten also genau darauf achten, woher die Corona-Selbsttests kommen und wer hinter dem Produkt steckt. Wer eine Übergabe für einen Test auf einem Bahnhofsvorplatz machen möchte und dafür viel Geld verlangt, ist meist wenig vertrauenswürdig.