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Dichtheitsprüfung: Kanal-Check kann teuer werden

Dichtheitsprüfung: Kanal-Check kann teuer werden

Bis Ende 2015 müssen Hausbesitzer ihre Abwasserkanäle untersuchen lassen – und die Reparaturen zahlen.

Düsseldorf. Kaum ein Hausbewohner weiß, dass er bis spätestens Ende 2015 die Dichtheit seiner Abwasserleitungen durch Fachbetriebe überprüfen lassen muss.

Doch genau das steht im NRW-Landeswassergesetz für die Sanierung privater und öffentlicher Abwasserleitungen. Hintergrund: Mehr als 70 Prozent der privaten Abwasserleitungen zwischen Haus und öffentlichen Kanälen sind undicht.

"Für solche Schäden gibt es viele mögliche Ursachen", sagt Wilhelm Kröfges, Hauptgeschäftsführer des Rohrleitungsbauverbandes. Die häufigsten sind neben altersbedingten Schäden das Eindringen von Wurzeln oder durch Bodensenkungen hervorgerufene Brüche der Abwasserrohre. "...und dann sickern die ganzen Abwässer in den Boden und gefährden das Grundwasser." Für die Folgen haften Hauseigentümer und Kommunen.

Doch viele Kommunen zögern noch, ihre Bürger auf diese bis 2015 gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung der privaten Abwasserleitungen aufmerksam zu machen. Ein Grund dafür könnten die bevorstehenden Kommunalwahlen sein - denn die vorgeschriebene Dichtigkeitsprüfung wird für die Hauseigentümer teuer.

Denn die geforderte Dichtigkeitsprüfung muss von zertifizierten Unternehmen durchgeführt werden, die anschließend auch einen schriftlichen "Entwässerungspass" ausstellen dürfen - ähnlich dem Energieausweis. Listen von zertifizierten Firmen halten die Kommunen bereit.

Die Prüfung selbst sei relativ schnell erledigt, versichern die Fachfirmen: Im Haus wird am Abwasserrohr ein Deckel aufgeschraubt, durch den dann die Abwasserleitung zunächst grob gereinigt wird.

Dann fährt eine ferngesteuerte Kamera zur optischen Inspektion durch den Kanal. Dabei erkannte mögliche Schäden werden auf einem Datenträger festgehalten - und müssen anschließend beseitigt werden.

Und das alles ist natürlich nicht kostenlos, bestätigt Heinz Röhrig, Technischer Leiter des Fachbetriebs Troisdorfer Kanalsanierungstechnik (TKT). "Für die Reinigung werden durchschnittlich etwa 130 bis 140 Euro fällig, für die Dichtigkeitsprüfung etwa 120 bis 130 Euro und für die offizielle Abnahme weitere 130 bis 140 Euro." Macht insgesamt rund 400 Euro.

Doch wenn der Kanal beschädigt ist, kann’s richtig teuer werden. Röhrig: "Wenn der Verbindungskanal zwischen Haus und öffentlichem Kanal nur kurz und nur an einer Stelle beschädigt ist, beispielsweise durch einen Bruch, dann kann man das schnell mit einer harzgetränkten Glasfaser-Manschette reparieren, die dann punktgenau in den Kanal eingeführt wird." Kosten: rund 240 Euro.

Ist allerdings der private Abwasserkanal länger und an mehreren Stellen beschädigt, kann es richtig teuer werden. Bei einer Komplett-Sanierung des privaten Abwasserkanals werden durchschnittlich 160 bis 170 Euro fällig - und zwar pro Meter Kanallänge.

Dennoch empfehlen die Fachverbände, so schnell wie möglich mit den Überprüfungen zu beginnen: "Bestehende Schäden verschlimmern sich mit der Zeit, was dann die notwendige Sanierung weiter verteuert."