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Deswegen fällt uns das Einschlafen so schwer

Schlaflosigkeit : Deswegen fällt uns das Einschlafen so schwer

Dieses Gefühl kennt wahrscheinlich jeder: Man liegt abends im Bett, wälzt sich von rechts nach links, aber die Augen wollen nicht zu gehen. Forscher wollen herausgefunden haben, warum uns das Einschlafen manchmal so schwer fällt.

Das Phänomen kennen wir von kleinen Kindern, aber es tritt immer häufiger auch bei Erwachsenen auf, erklärt die Schlafpsychologin Dr. Ramlakhan gegenüber dem Guardian. Kurz vor dem Schlafen gehen, werden Kinder noch einmal aktiv und landen dann völlig übermüdet im Bett. Dann gelingt es schwer herunterzufahren und in den Schlafmodus umzuschalten, analysiert Dr. Ramlakhan.

Die Ursache sehen Schlaf-Experten unter anderem Lebensstil, der sich ständig verändert und dem Menschen viel abverlangt, heißt es im Guardian. Demnach sind wir immer beschäftigt und haben das Gefühl immer erreichbar sein zu müssen. Laut Dr. Ramlakhan leben wir in einer Gesellschaft, in der es keine Pausen mehr gibt. Es fehle uns an kleinen Ritualen, die uns eine kurze Ruhephase im Laufe des Tags bescheren. Zudem werden Tagträume oder der Blick aus dem Fenster ersetzt – stattdessen schauen wir in der Schlange an der Supermarktkasse auf unser Smartphone oder beantworten E-Mails.

Diese Ablenkung kann gefährlich sein, ermahnt die Schlafpsychologin. Wenn das Gehirn pausenlos mit Informationen bombardiert wird, schaltet es in den Überlebensmodus und schüttet Adrenalin aus. Das Resultat: um schnell an Energie zu kommen, verlangt der Körper nach Zucker.

Durch die ständige Abrufbarkeit kann unser Gehirn auch in der Nacht oder beim Einschlafen nicht zur Ruhe kommen. „Es ist als würden wir die Fähigkeit loszulassen verlieren.“, bemerkt Dr. Ramlakhan. Und so kommt es zu Problemen in der Einschlafphase.

Tipps und Tricks zum Einschlafen

Viele Menschen suchen wegen der Schlaflosigkeit einen Arzt auf. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Vik Veer stellt fest, oftmals sind seine Patienten nicht krank, sondern nur übermüdet. Das berichtete er gegenüber dem Guardian. „Wir reden über Personen, die nur mit einem Kaffee am Morgen wach werden und Alkohol benötigen, um abends schlafen zu können.“, so Vik Veer. Betroffen seien vor allem 30- und 40-Jährige, die nicht mehr abschalten können. Zu dem beruflichen Stress kommt dann noch der soziale Druck, so der Mediziner. Nach einem Tag im Büro folgt ein Abend mit Freunden in der Bar. Vor dem Schlafengehen wird dann noch das TV-Programm studiert und im Bett schauen wir noch einmal kurz auf unser Smartphone, um uns auf dem Laufenden zu halten.

Guter Schlaf bedarf einiger Regeln und Voraussetzungen. Vor dem Schlafen gehen sollten wir das Smartphone beiseitelegen, empfiehlt Dr. Ramlakhan. Auch Vik Veer gibt einige Tipps: ab der Hälfte des Tages einfach mal den Kaffee weglassen und eine Routine zum Herunterkommen am Abend entwickeln.

(red)