Frankfurt/Main: Das Ei ordentlich in Schale schmeißen

Frankfurt/Main : Das Ei ordentlich in Schale schmeißen

Designer haben sich neue Produkte rund um Zubereitung und Verzehr von Eiern ausgedacht. Eine kleine Auswahl.

Ostern und Eier – das gehört zusammen. Aber auch der Frühstückstisch am Wochenende kommt meist nicht ohne sie aus. Die blassbeigen und grauweißen Schalen sind keine Hingucker – das werden sie aber in besonderen Eierbechern.

Ein Blickfang ist der Eier-Sessel. Das Produkt namens Le Nid stammt von der Firma Alessi, die bekannt ist für ihre Design-Highlights. Auch der Eierstuhl gehört dazu. Entworfen von Christian Ghion mit Beratung des Sternekochs Pierre Gagnaire entstand ein sogenannter Ramekin, eine Auflaufform für den Ofen oder in diesem Fall auch für das Wasserbad, in die nur ein Gericht für eine Person passt.

Die zu einer Seite geöffnete Form ist aus Steingut. Beim Servieren kommt sie auf einen Ständer aus Edelstahl. Laut Alessi soll die Form dadurch einen gewissen Abstand zum Teller bekommen – sowohl aus praktischen Gründen, als auch um die Speise gebührend hervorzuheben.

Ein Aluminium-Nest und weiß-gelbe Stapelware

Ebenfalls von Alessi stammt ein weiteres ikonisches Hilfsmittel rund um das Ei: Roost heißen zwei kubische Eierbecher von Designer Adam Goodrum – das englische Wort für Rastplatz. Sie lassen sich passgenau ineinanderstapeln, oder trennen wie das Ober- und Unterteil eines geköpften Eis. So erkennt man dann auch den „Rastplatz“ aus drei gebogenen Graten. Er wirkt wie ein kleines Aluminium-Nest für das Ei.

Die Optik eines geteilten Ei nutzt auch Koziol für einen Salz- und Pfefferstreuer namens EiEi. Das zweifarbige Oval wurde von Cairn Young entworfen, der laut Koziol geradezu eine Obsession entwickelt hat, Dinge in ästhetischer und intelligenter Weise ineinander zu schachteln und zusammenzufügen. Und das immer auch mit Humor.

Auch bei Sieger by Fürstenberg wird das Ei zum Stilmittel für den Eierbecher. Das Ei verschwindet hier im Porzellan-Ei – daher trägt das Produkt auch den Namen Matroschischka. Eine Matroschka ist eine traditionelle russische Schachtelpuppe, in der sich bei jedem Öffnen eine weitere, kleinere Version der Puppe zeigt.

Ungewöhnlich ist auch der Eierbecher von Serax – und doch so naheliegend. Man möchte spekulieren, dass hier die ewige Frage „Wer als Erstes da war – Vogel oder Ei?“ thematisiert wird: Das Ei sitzt in einem Becher auf einem Vogelfuß – genauer auf einem Entenfuß. Und das Produkt nennt sich passenderweise auch Peking Duck. Es stammt aus der Porzellanserie Perfect Imperfection von Roos Van de Velde.

Ebenfalls lustig anzuschauen sind die Eierbecher namens Sumo Eggs von Peleg Design. Wie der Name schon verrät, tragen hier die Eier den Unterbau von Sumoringern, inklusive der knappen Höschen.

Ein weiteres Produkt von Serax ist zwar im klassischen Sinn ein Eierbecher. Dieser sitzt aber fest auf einem Teller von 15 Zentimeter Durchmesser – aus der Serie Terres de rêves von Anita Le Grelle. Der Vorteil: Man kann etwa beim Transportieren das Salz direkt mitnehmen oder man hat genug Platz für die Schalen.

Praktisch ist da auch eine Idee von Clap Design. Das Label hat Tischaccessoires im Programm, darunter ist ein eckiger Eierbecher aus Holz, der magnetisch ist. Unter einer dünnen Furnierplatte sitzt unsichtbar der Magnet, der zum Beispiel den Löffel hält. Andere Löffel sind schon selbst die gute Idee fürs Eier-Essen. Am oberen Ende des Eierlöffels der Serie Dressed von Marcel Wanders von Alessi sitzt ein Hammer zum Öffnen der Schale.

Eierbecher sind natürlich längst nicht nur für Eier da. So schlägt Serax etwa vor, statt Frühstückseier in den Haltern aus Porzellan der Manufaktur auch mal Dips, Soßen, Oliven oder Kaviar zu servieren. Und für Villeroy & Boch eignen sich die Halter auch gut für Teelichter. Das gilt etwa für einen Becher aus der Serie New Wave, bei der die Kuhle fürs Ei oder Teelicht in einer Art Welle sitzt.

Das Spiel mit dem Ei und lustigen Produkten lässt sich natürlich auch in der Küche fortsetzen. Viele Firmen haben schlaue Lösungen im Programm, um Eier einfacher und vielleicht auch besser zuzubereiten. So gibt es zum Beispiel Pochierhilfen – meist kleine Körbe, in denen die rohen Eier ins kochend heiße Wasser gegeben werden. Oder Halterungen zum Braten von Spiegeleiern, in die neben dem Ei auch Wasser kommt, was Fett sparen soll.

Der Fisch, mit dem sich Eier trennen lassen

Im Handel gibt es auch viele Eierschneider, bei denen man gekochte Eier durch ein feines Gitter drückt. Bei Ototo Design zum Beispiel gibt es das Produkt namens Humphrey: Da legt man das Ei in das Maul eines Wals. Geht sein Maul zu, werden die Eier zerteilt.

Der Optik eines Wassertiers bedient sich auch Peleg Design beim Yolkfish. Der Eiertrenner nimmt das Eigelb aus dem Eiweiß durch sein Maul auf und gibt es erst nach leichtem Druck in der zweiten Schüssel wieder frei.

(dpa)
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