Bio-Sprit: Das sollten Sie wissen

Bio-Sprit: Das sollten Sie wissen

Viele fragen sich, ob ihr Fahrzeug den neuen Kraftstoff verträgt. In Zweifelsfällen sollten sich Fahrer an den Hersteller ihres Autos wenden.

Düsseldorf/Krefeld. Selten war der Andrang bei einer Telefonaktion so groß, wie bei der am Mittwoch. Unsere Experten hatten keine ruhige Minute. Hier die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen:

Vorab sollte man wissen, dass die Einführung des neuen Sprits schon lange geplant war und die Hersteller genug Zeit hatten, sich vorzubereiten. So sind die meisten Fahrzeuge, die ab 2000 hergestellt wurden, E10-tauglich. Ausnahmen sind unter anderen VW-Fahrzeuge mit FSI-Motoren (Direkteinspritzer für Benziner) der ersten Generation. Viele Hersteller haben zudem kostenlose Rufnummern (siehe Kasten) eingerichtet, unter denen es Auskunft gibt. Die komplette Liste der Fahrzeuge finden Sie unter

www.dat.de/e10

Nein, eigentlich ist E10 schon in der Herstellung teurer als das herkömmliche Benzin. Es ist derzeit nur billiger, da die Mineralölkonzerne dafür Sorge tragen müssen, dass mindestens zehn Prozent (bis 2020) des verkauften Kraftstoffes Bio-Sprit ist. Ist das nicht der Fall, müssen sie mit Strafen rechnen. Zudem kommt noch hinzu, dass der Energiegehalt geringer ist. Die Folge: Der Verbrauch steigt um zwei bis drei Prozent. Dieser ist aber laut Experten so gering, dass man ihn nicht merkt.

Das Ethanol, das in dem Kraftstoff ist, greift Metalle an und erzeugt Korrosion. Vor allem aber können PVC-Materialien und Kautschuk beschädigt werden. Die Folge: Unter anderem können Leitungen, Motorblock, Zylinderkopf und Kolben beschädigt werden. Das Einspritzventil kann defekt werden.

Der Tank muss komplett entleert werden. Die Experten raten dazu, da es noch keine Langzeiterfahrungen mit dem neuen Kraftstoff gibt. Merkt der Kunde allerdings schon, während er tankt, dass er daneben gegriffen hat, kann er mit der Beimischung von normalem Super den Ethanolgehalt senken.

Ob dieser Mix allerdings den Motor schädigt, ist unklar. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auch in einem solchen Fall den Tank entleeren lassen.

Eigentlich kann der Autofahrer — wenn der Hersteller die Verträglichkeit garantiert — sicher sein, dass nichts passiert. Sollte es aber doch zu Schäden kommen, haftet der Hersteller — rein theoretisch. Das Problem ist nur, dass die Beweislast beim Kunden liegt. Und zu beweisen, dass der Kraftstoff und nicht beispielsweise ein Verschleißteil der Auslöser des Schadens ist, ist l sehr schwierig.

Ja, wenn das Fahrzeug für den neuen Bio-Sprit freigegeben ist, sind sämtliche Mischverhältnisse möglich. Man muss den Tank vor dem Spritwechsel also nicht komplett leer fahren.

Im Vergleich zum Auto-Bestand vertragen deutlich weniger Motorradmodelle den Kraftstoff. Etwa nur ein Drittel ist E10-tauglich. Eine Liste finden Sie unter

www. dat.de/e10

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