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Plötzlich wieder so laut: Konzentriert arbeiten unter Menschen

Plötzlich wieder so laut : Konzentriert arbeiten unter Menschen

Der Kollege hat eine Frage, die Kollegin haut in die Tastatur und keine zwei Meter weiter tauschen sich zwei Teammitglieder aus. Konzentriert arbeiten? Fehlanzeige. Tipps, wie es doch gelingt.

Während die einen es kaum erwarten konnten, vom Küchentisch zwischen Kind und Kegel zurück ins Büro zu kommen, verfluchen die anderen schon am ersten Tag die lieben Kollegen. Der Grund: Es wird getippt, gequatscht, geseufzt und mit dem Kugelschreiber getrommelt.

Sieben Tipps, wie Sie unter Menschen konzentriert arbeiten:

Vorneweg: Natürlich sei vor allem der Arbeitgeber in der Pflicht, für ein möglichst ruhiges Umfeld zu sorgen, sagt Anette Wahl-Wachendorf, Vizepräsidentin des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte. Sinnvoll sind etwa dämmende Trennwände und spezielle Bodenbeläge. Was sonst Abhilfe schaffen kann:

Absprachen treffen:

Wer sich zurückzieht und nicht gestört werden möchte, sollte die Kollegen kurz darüber informieren. „Es dient der Pflege des Betriebsklimas, seine Abschottung kurz zu erklären“, sagt Wahl-Wachendorf.

Stillarbeitszeiten festlegen:

Feste Stillarbeitszeiten kann man zum Beispiel jeden Morgen von acht bis neun Uhr etablieren, etwa um Mails zu bearbeiten. Eine andere Idee sind sogenannte Contact-Cards: An einer Pinnwand oder im Intranet können alle ihre Arbeitszeiten hinterlegen und dort auch gleich vermerken, in welchen Zeiten sie nicht gestört werden möchten, aber auch, was ihre „Freeblocks“ sind.

Flüster-Policy einführen:

Für ein ruhigeres Umfeld kann man im Büro auch Flüster-Zonen einführen, sagt Maike Sauermann vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung ( IFBG ). Wenn es die Räumlichkeiten hergeben, lassen sich vielleicht auch spezielle Büros als Telefonkabinen für längere Telefonate oder Videogespräche einrichten.

Pausen einlegen:

Erst einmal sei es wichtig, überhaupt Pausen zu machen, sagt Anette Wahl-Wachendorf. Maike Sauermann rät, den Lärmraum in der Pause zu verlassen, um einen Kontrast zu schaffen und die Pause dadurch wirklich erholsam gestalten zu können.

Flexibilität nutzen:

Viele Unternehmen sind in der Pandemie in Sachen Arbeitszeiten und Arbeitsort flexibler geworden. Entweder nutzt man - je nach Vorliebe - die Randzeiten am frühen Morgen oder am Abend. Oder man zieht sich ins Homeoffice zurück, sofern man dort mehr Ruhe hat.

Kopfhörer aufsetzen:

Betriebsärztin Wahl-Wachendorf hält Kopfhörer für eine gute Hilfe - sowohl sogenannte Noise-Cancelling-Kopfhörer, die Umgebungsgeräusche dämpfen, als auch Musik zur Ablenkung. Musik bedeute, dass dem Gehirn von seiner ohnehin schon begrenzten kognitiven Kapazität wertvolle Ressourcen abgezogen würden, wendet Sauermann ein. Wer kann, sollte sich ihrer Meinung nach besser in einen Ruheraum zurückziehen.

Konzentrationsübungen machen:

Eine Möglichkeit ist das Ruhe-Wort, erklärt Sauermann: Man legt für sich selbst ein Wort fest, das Ruhe ausstrahlt, zum Beispiel Sonne oder Welle. Dieses Wort sagt man sich laut oder in Gedanken vor und legt zur Verstärkung die Hand beispielsweise auf den Bauch. Ähnlich geht es mit einem inneren Bild.

Wahl-Wachendorf rät, Negatives möglichst auszublenden. Man könne es lernen, seine Energie dafür aufzubringen, die Umgebungsgeräusche durchrauschen zu lassen.

Webseite IFBG

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