Kein Selbstläufer Bumerang-Mitarbeiter: Mit Respekt zurück zum Ex-Arbeitgeber

Berlin · Berufliche Wege sind vielfältig. Manchmal geht es dahin zurück, wo man einst gekündigt hat. Um dann im Job glücklich zu werden, müssen sich Beschäftigte aber neu auf ihren Ex-Arbeitgeber einlassen.

Bumerang-Mitarbeiter: Wer zu einem früheren Arbeitgeber zurückkehrt, sollte alte Gewohnheiten ablegen und das Unternehmen neu entdecken.

Bumerang-Mitarbeiter: Wer zu einem früheren Arbeitgeber zurückkehrt, sollte alte Gewohnheiten ablegen und das Unternehmen neu entdecken.

Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Kenn ich ja, weiß ich ja: Wer zu einem Arbeitgeber zurückkehrt, bei dem er einst ausgeschieden ist, sollte aktiv versuchen sich von alten Gewohnheiten und Denkmustern zu lösen. Marlene Pöhlmann, Regional Managing Director beim Personalvermittler Robert Half, erklärt, was Beschäftigte als „Bumerang-Mitarbeiter“ beachten sollten, damit der Wiedereinstieg ins Unternehmen gelingt.

Respekt fürs neue alte Unternehmen pflegen

Man kennt viele Gesichter und die Prozesse ohnehin: Da liegt der Gedanke nahe, sich am besten gleich von Beginn an wieder proaktiv einzubringen. „Wer beim neuen alten Arbeitgeber erfolgreich sein will, sollte sich allerdings die Zeit nehmen und das Unternehmen neu für sich entdecken“, sagt Pöhlmann.

Zwischen Abschied und Wiederkehr hätten sich mit ziemlicher Sicherheit viele Prozesse verändert oder weiterentwickelt. Rückkehrerinnen und Rückkehrer müssen auch mit Veränderungen beim Personal oder der strategischen Ausrichtung des Unternehmens rechnen. Hier gilt: „Zuhören, lernen und in die neue Rolle beim alten Arbeitgeber hinwachsen.“

Neue Erfahrungen mit Zurückhaltung platzieren

Nach einer oder mehreren beruflichen Zwischenstationen haben Beschäftigte in der Regel viel Erfahrung gesammelt. Wer in ehemalige Unternehmen zurückkommt und auf ehemalige Kolleginnen und Kollegen trifft, sollte die Belegschaft damit nicht überfordern, einschüchtern oder gar gegen sich aufbringen, rät Pöhlmann. „Wenn Sie mit Firmennamen und Aufgabenbereichen um sich werfen, könnten Sie riskieren, dass das alte Team womöglich wenig motiviert ist, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.“ Das Team stellt sich dann die Frage, warum jemand überhaupt wiedergekommen ist. Besser: Die Erfahrungen nutzen, um den alten neuen Arbeitgeber besser zu machen.

Akzeptanz für neue Konstellationen aufbringen

Wer einige Jahre lang bei einem anderen Unternehmen beschäftigt war, muss damit rechnen, dass sich die Teamkonstellationen beim ehemaligen Arbeitgeber geändert hat. „Mitunter ist der Praktikant, den Sie noch eingestellt haben, in dieser Zeit zum Abteilungsleiter aufgestiegen und nun gleichwertig oder steht in der Berichtslinie eventuell sogar über Ihnen“, so Pöhlmann. Sie rät: „Akzeptieren Sie das.“ Die neue Führungskraft habe nicht nur Ausdauer bewiesen, sondern auch Erfahrung und Expertise aufgebaut. Das Unternehmen würdige das mit einer entsprechenden Karriere.

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(dpa)