Beim Essen nicht kollektiv vom Chef wegsetzen

Beim Essen nicht kollektiv vom Chef wegsetzen

Hamburg (dpa/tmn) - Der Chef lädt zum Essen ins Restaurant ein. Alle suchen sich einen Platz, nur neben dem Chef will keiner sitzen. Das ist oft gar nicht persönlich gemeint, die Kollegen bleiben eben lieber unter sich - und hinterlassen damit keinen guten Eindruck.

Es könne schnell unhöflich wirken, wenn sich alle vom Chef wegsetzen, sagt die Etikette-Trainerin Imme Vogelsang aus Hamburg. Ein aufmerksamer Mitarbeiter frage daher „Darf ich mich zu Ihnen setzen?“, wenn er sieht, dass der Platz neben dem Chef leer bleibt. Angestellte müssten dabei auch nicht fürchten, aufdringlich zu wirken. Ist der Platz für einen anderen reserviert, könne der Chef ja dankend ablehnen.

Es sei aber auch die Aufgabe des Chefs, als Gastgeber zu dirigieren, wenn es keine Sitzordnung gibt. „Er sollte in so einem Moment also die Initiative ergreifen und zum Beispiel sagen: 'Herr Müller, wollen Sie sich vielleicht hierher setzen?'“, erklärt Vogelsang, die Sprecherin des Netzwerks Etikette Trainer International (ETI) ist. Der angesprochene Mitarbeiter darf sich dann nicht lange bitten lassen. Denn so ein Essen mit der Abteilung sei kein reines Privatvergnügen. „Das ist Arbeit, da muss man durch.“