Arbeitskräfte-Bedarf erreicht Rekordhoch

Arbeitskräfte-Bedarf erreicht Rekordhoch

Nürnberg (dpa) - Der Beschäftigungsindex der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat ein Rekordhoch erreicht. Firmen suchen nach gut ausgebildetem Personal - und das in fast allen Branchen.

Trotz eingetrübter Geschäftserwartungen stehen die Zeichen in vielen deutschen Unternehmen weiter auf Expansion - viele Firmen suchen weiter nach neuen Mitarbeitern. Der Arbeitskräftebedarf in der Wirtschaft sei derzeit so hoch wie noch nie, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag (30. August). Der von ihr monatlich ermittelte Beschäftigungsindex BA-X erreichte mit 170 Punkten im August ein neues Allzeithoch. Dies seien 5 Punkte mehr als im Juli und 28 Punkte mehr als vor einem Jahr.

Nach BA-Erkenntnissen suchen Firmen fast aller Branchen nach gut ausgebildetem Personal. Allein im Maschinenbau, der Metallindustrie, in Architektur- und Ingenieurbüros, dem Handel und Speditionsunternehmen sowie Teilen der Baubranche sei die Nachfrage nach Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel gestiegen. Eine große Rolle spielten weiterhin Zeitarbeitsunternehmen; aus dieser Branche stamme jede dritte gemeldete offene Stelle, berichtete die Nürnberger Bundesbehörde.

Für die kommenden Monate rechnen die Bankvertreter allerdings eher mit einer Abschwächung des Jobaufschwungs. Zwar sei man von einer Jobkrise weit entfernt, betonten die Volkswirte in einer dpa-Umfrage. Dennoch werde das getrübte Geschäftsklima unweigerlich auf den Arbeitsmarkt durchschlagen, prognostizierten sie.

Auch nach Beobachtungen des Münchner Ifo-Instituts sind Firmen bei der Personalplanung vorsichtiger geworden. Das für die „Financial Times Deutschland“ ermittelte ifo-Beschäftigungsbarometer sei auf den niedrigsten Stand seit knapp einem Jahr gesunken, hatte das Blatt Ende vergangener Woche berichtet. Die ifo-Experten sähen darin ein Warnsignal: „Zwar befindet sich das Beschäftigungsbarometer weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der Beschäftigungsaufbau dürfte sich aber in den kommenden Monaten merklich verlangsamen“.

Mehr von Westdeutsche Zeitung