Abbruch im Ingenieurstudium vorbeugen

Abbruch im Ingenieurstudium vorbeugen

Aachen (dpa/tmn) - Im Bachelor brechen viele ihr Studium ab - das gilt gerade in den Ingenieurfächern. Damit es Schulabgängern nicht so ergeht, sollten sie sich auf ein derartiges Studium besonders gründlich vorbereiten.

„Grund für den Abbruch sind häufig die hohen Anforderungen in den Fächern Mathematik und Mechanik“, sagte Wolfgang Loggen, Studienberater von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Er empfiehlt angehenden Hochschülern daher, angebotene Vorkurse der Hochschulen etwa in Mathe zu besuchen. „Dann ist beim Beginn des Studiums der Schock nicht so groß, dass Mathe an der Hochschule viel schwieriger ist als Mathe in der Schule.“

Rund jeder vierte Studienanfänger (28 Prozent) im Bachelor bricht sein Studium ab. Das hat die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) in Hannover in einer Studie errechnet, die sich auf den Absolventenjahrgang 2010 bezieht. Demnach hat sich der Anteil der Abbrecher erhöht: Beim Absolventenjahrgang 2008 lag der Wert noch bei 25 Prozent. An Universitäten scheiterten Bachelorstudenten in jüngster Zeit häufiger als an Fachhochschulen: So brachte von den Studienanfängern des Jahrgangs 2006/2007 mehr als jeder Dritte (35 Prozent) an der Uni sein Studium nicht zu Ende. An der Fachhochschule galt das nur für jeden Fünften (19 Prozent).

Besonders hoch ist die Abbrecherquote in den Ingenieurwissenschaften: In diesen Fächern wirft rund jeder Zweite (48 Prozent) an der Uni den jüngsten Daten zufolge das Handtuch. An den Fachhochschulen ist es knapp jeder Dritte (30 Prozent). Auch viele angehende Mathematiker und Naturwissenschaftler halten im Bachelor nicht bis zum Abschluss in ihrem Fach durch: An der Uni gilt das für mehr als jeden Dritten (39 Prozent), an der FH für etwas weniger (30 Prozent).

„Vor dem Studium sollte man schon einmal in der Studienordnung geblättert haben und sich eine Probevorlesung angehört haben“, empfahl Loggen angehenden Studenten in Ingenieurfächern. Denn das Scheitern vieler Studenten sei darauf zurückzuführen, dass sie keine konkreten Vorstellungen vom Inhalt ihres Studiums hätten. „Wenn ich zum Beispiel Kfz-Ingenieur werden will, muss ich wissen, dass die ersten drei Semester mit Autos nichts zu tun haben, sondern aus Mathe und Mechanik bestehen.“

Wer einen Abschluss in den Ingenieurwissenschaften anstrebt, sollte sich außerdem bewusst machen, dass er deutlich mehr arbeiten muss als zu Schulzeiten. „Das ist einfach ein viel dichteres Lernpensum“, erklärte Loggen. Wer dazu jedoch bereit sei, der sollte sich von den Abbrecherquoten nicht verrückt machen lassen. „Wer konsequent arbeitet und auch mal einen Rückschlag wegstecken kann, der schafft das Studium auch.“