9 Fragen, die sich Existenzgründer stellen sollten

9 Fragen, die sich Existenzgründer stellen sollten

Viele hegen den Traum, ihr eigener Chef zu sein, ein eigenes Unternehmen zu haben. Dabei haben jedoch viele Angst davor, ihren Traum in die Tat umzusetzen. Gibt es doch so viele Dinge, die dabei schiefgehen könnten.

Bürokratische Hürden, Formalitäten oder Finanzierungsfragen sollten dabei jedoch nicht die ausschlaggebenden Gründe sein, den Traum nicht weiterzuverfolgen. Auf dem Weg in die Selbstständigkeit gibt es zahlreiche Hilfsangebote. Nachfolgend finden Gründer neun wichtige Fragen und Tipps, wo es Hilfe gibt.

Die Buchhaltung ist für viele Gründer ein Schreckgespenst. Das muss jedoch nicht sein, denn es gibt gute Software-Lösungen, die hier helfen können. Foto: Pixabay @ cpastrick (CCO public domain)

Überall in den Medien gibt es sie — die tollen Erfolgsgeschichten weltberühmter Entrepreneure, wie Steve Jobs, Marc Zuckerberg oder Bill Gates. Die Medien verschweigen meist die vielen Existenzgründer, die es jedes Jahr in Deutschland wagen, sich selbstständig zu machen. Bei den meisten Gründungen geht es gar nicht darum, innerhalb kurzer Zeit einen Millionenumsatz zu machen. Es geht darum, eine bestimmte Idee umzusetzen, Unabhängigkeit zu erlangen oder sich eine eigene Existenz aufzubauen. Die wenigsten sind als Unternehmer geboren. Wichtig sind Eigenschaften wie Ausdauer, Hartnäckigkeit, Durchhaltevermögen, Leidenschaft und die Bereitschaft, etwas Neues zu lernen. Häufig erfolgt der Start aus einer schwierigen Situation, wie der Arbeitslosigkeit, heraus. Ein Gründer- oder Unternehmer-Gen gibt es nicht. Die IHK Osnabrück hat ein paar Eigenschaften und Skills zusammengefasst, die einen erfolgreichen Unternehmer ausmachen können.

Ein Businessplan enthält viele wichtige Themen, die ein Gründer genau ausarbeiten sollte. Dabei kann er schon im Vorfeld sehen, ob die Geschäftsidee tragbar ist. Foto: Pixabay @ Bru-nO (CCO public domain)

Steuern und Buchhaltung sind die Schreckgespenster für die meisten Gründer. Die Grundzüge zu kennen ist sicherlich wichtig. Das heißt jedoch nicht, dass jeder Unternehmer seine Buchhaltung selbst erledigen muss. Hilfreich kann die Zusammenarbeit mit einem Steuerbüro sein. Wem das zu viel Aufwand oder zu teuer ist, kann mit einer Buchhaltungssoftware arbeiten, wie das Programm Lexware Buchhaltung beispielsweise. Dabei besteht die Möglichkeit, die Buchhaltung online in einer Cloud zu erledigen oder eine Software auf einem Unternehmensrechner zu installieren und damit die Buchhaltung zu erledigen.

Foto: Pixabay @ cpastrick (CCO public domain)

Wer schon eine Geschäftsidee hat, braucht sich über diesen Punkt keine weiteren Gedanken zu machen. Wer noch keine zündende Idee hatte, kann
• Inspirationen sammeln, beispielsweise im Internet,
• neue Ideen aus Amerika adaptieren,
• mithilfe von Kreativitätstechniken, wie Brainstorming, eine passende Idee suchen,
• per Franchise gründen oder
• ein bestehendes Unternehmen übernehmen.

Foto: Pixabay @ Bru-nO (CCO public domain)

Viele Gründer machen sich darüber gar nicht viele Gedanken. Sie gründen einfach und probieren aus. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass sich mit ein wenig mehr Planung einige Fehler, die manchmal zum Scheitern einer Gründung führen, vermeiden lassen. Ein Businessplan ist hier ein gutes Hilfsmittel. Damit überprüft der Gründer bereits im Vorfeld das wirtschaftliche Potenzial der bevorstehenden Gründung. Darin legt er die ersten Schritte und die wichtigsten operativen Maßnahmen am Anfang fest.

Der Businessplan setzt sich naturgemäß aus verschiedenen Kapiteln zusammen. Dazu gehören Themen wie die Zielgruppe, Markt und Wettbewerb, Marketing, Strategien, Ziele, Stärken, Schwächen oder Finanzen. Zur Erstellung reicht normalerweise ein Word-Dokument vollkommen aus. Wer hier etwas ratlos ist, kann die kostenlose Vorlage von Lexoffice „Anleitung für Ihren Businessplan / Finanzplan“ verwenden.

Die bürokratischen Vorgaben in Deutschland machen es erforderlich, dass Existenzgründer sich im Laufe der Weiterentwicklung ihrer Idee mit den folgenden drei Punkten befassen:

1. Ist für das Vorhaben eine Genehmigung erforderlich?
2. Welche Rechtsform ist für das zukünftige Unternehmen geeignet?
3. Bei welchen Stellen muss ein Gründer sein Unternehmen anmelden?

Die Punkte 1. und 2. sind in der Regel schnell geklärt. Die Unternehmensanmeldung bei Gewerbe- und Finanzamt sind ebenfalls schnell erledigt.

Es gibt viele Geschäftsideen, die wesentlich erfolgversprechender sind, wenn sich der Gründer ausschließlich damit beschäftigt. Allerdings gibt es auch Geschäftsideen, die sich nebenberuflich verwirklichen lassen. Wer das plant, sollte sich diesbezüglich unbedingt mit seinem Arbeitgeber abstimmen. Darüber hinaus muss der Gründer Grundregeln bezüglich der Arbeitszeit oder des Einkommens beachten. Ein eigenes Unternehmen macht viel Arbeit, vor allem am Anfang. Langfristig lohnt sich diese Investition jedoch. Wer sein Unternehmen nebenberuflich gründet und dadurch seinen Lebensunterhalt verdient, kann die Selbstständigkeit etwas entspannter angehen.

In den meisten Fällen sind die Ersparnisse, Unterstützung aus der Familie oder Förderkredite die einzigen Finanzierungsquellen. Darüber hinaus gibt es auch noch die Möglichkeit, einen Business Angel für die eigene Idee zu begeistern oder — bei einer größeren Unternehmung — einen Venture-Capital-Geber zu suchen. Beim Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. gibt es eine Anleitung zum Download: „Best Practice — How to get a Business Angel“.

Viele Banken stellen sich quer, wenn es um die Finanzierung einer Unternehmensgründung geht. Fehlende Sicherheiten, mangelnde Erfahrung des Unternehmers oder einfach zu wenig Vertrauen in die Geschäftsidee führen zur Ablehnung entsprechender Darlehnsanträge. Daher ist es für Gründer besonders wichtig, den Banktermin sehr genau vorzubereiten und hieb- und stichfeste Zahlen vorzulegen, um die Bank von der Idee zu überzeugen. Sehr hilfreich dabei kann ein gut ausgearbeiteter Businessplan sein.

In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Förderinstituten mit speziellen Programmen zur Förderung von Existenzgründern. Gründer sollten sich im Vorfeld sehr gut informieren, um nicht durch einen formalen Fehler wesentliche Fördermittel zu verlieren. Dabei gibt es Förderdarlehen, zum Beispiel den KfW-Gründerkredit, oder Fördergelder in Form von Zuschüssen, ebenfalls von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat auf seiner Seite ein paar Checklisten zum Download bereitgestellt, die sich vor allem mit der Eignung des Gründers und der Geschäftsidee befassen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung