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Aus Köln zum Capitol Theater Düsseldorf in rund zehn Stunden

Kultur-Kilometer : Aus Köln zum Capitol Theater Düsseldorf in rund zehn Stunden

Der Start war eine Herausforderung: Laura und Meik wollen mit ihrer Aktion „KulturKilometer“ mit Rucksack und Smartphone auf die schwierige Lage der privaten Theater und Veranstalter in der Corona-Krise aufmerksam machen.

„Ab Kilometer 20 fingen die Füße an weh zu tun und man hat jeden Schritt in den Beinen gemerkt. Hinzu kam die Sonne, die es uns wirklich nicht leichter gemacht hat. Wir haben uns über jeden schattigen Streckenabschnitt gefreut – und die haben teilweise lange auf sich warten lassen“, fasst Laura Kuhlen den ersten Tag zusammen. Es ging durch die Kölner Innenstadt, am Rhein entlang, über Wiesen und Felder, durch Wälder und an Bauernhöfen vorbei, bis zum Schloss Benrath.

„Schloss Benrath war für uns ein wichtiges Zwischenziel, gefühlt ist es ja von dort nicht mehr weit bis in die Düsseldorfer Innenstadt. Leider nur mit dem Auto… Zu Fuß hat es uns dann doch noch einmal richtig gefordert. Wir wissen jetzt auf jeden Fall, wie es sich anfühlt mit den ersten Blasen an den Füßen und einem Rucksack auf dem Rücken 41 Kilometer zu laufen. Auf der zweiten Etappe sind es glücklicherweise nur 30 Kilometer bis nach Mülheim, das ist im Vergleich zu gestern ein Spaziergang“, freut sich Meik Gudermann auf die zweite Etappe. Das Ziel ist die Freilichtbühne in Mülheim an der Ruhr.

Laura Kuhlen (26) und Meik Gudermann (31) haben sich auf den Weg gemacht, um in insgesamt 21 Tagen aus Köln über zahlreiche Theater in Bochum, Bremen und Hamburg nach Berlin zu wandern. Mit ihrer Aktion wollen sie auf die Nöte und Sorgen privater Kulturschaffender aufmerksam machen und gleichzeitig die Vielfältigkeit, Kreativität und Systemrelevanz dieser Branche aufzeigen.Kuhlen und Gudermann haben die Aktion „KulturKilometer“ eigenständig ins Leben gerufen. Auf ihrem mehr als 750 Kilometer langen Weg interviewen sie Produzenten, Künstler und Theatermitarbeitern persönlich oder virtuell im Live-Stream, um sich über deren aktuelle Situation, Wünsche und Hoffnungen auszutauschen. Die Gespräche, Erfahrungen und Etappen ihrer Reise dokumentieren sie auf Instagram und über die Website www.kulturkilometer.de.

Durch die Corona-Pandemie wurde die Kulturbranche unverschuldet in eine tiefe Krise gestürzt: Der Shutdown der Spielstätten und die Absagen von Tourneen bedeuten für alle Mitarbeiter*innen der Live-Entertainment-Branche und Kleinunternehmer*innen vor, auf und hinter der Bühne den totalen Stillstand. Doch die Diskussion privater Kulturbetriebe geht in der Krise vielerorts unter - obwohl die deutsche Live-Entertainment-Branche gemeinsam mit der Theater- und Orchesterlandschaft weltweit einzigartig ist. Rund 5.000 Bühnen und Veranstaltungsstätten gestalten die vielfältige und unbedingt schützenswerte Kulturszene Deutschlands. Für sie alle ist der Weg zurück in die Normalität lang und mühsam, hunderttausende Jobs und selbständige Existenzen sind nach wie vor in Gefahr.