50 Jahre Wildpark Gangelt – wo 500 Wildtiere ihre Fährten ziehen

Ausflugsziel : 50 Jahre Wildpark Gangelt – wo 500 Wildtiere ihre Fährten ziehen

Vom 30. Mai bis 2. Juni feiert der Wildpark den runden Geburtstag mit freiem Eintritt für Kinder und einem tollen Jubiläums-Programm.

In stillen Vollmondnächten hört man sie manchmal heulen. Dann recken die Wölfe von Gangelt ihre spitzen Schnauzen in den Sternenhimmel und geben eindrucksvoll ihrem Urinstinkt Ausdruck. Doch die Menschen hören es kaum noch. Zu sehr ist ihnen der Wildpark schon Alltag und ein Teil der Gemeinde Gangelt geworden.

Das war 1968 noch ganz anders. In großen Artikeln wurde über die Absicht des damaligen Bürgermeisters und Landarztes Dr. Hermann von den Driesch berichtet, einen Wildpark anzulegen. Seine Liebe zur Natur und dem Wild, sowie seine Verbundenheit mit seinem Heimatort Gangelt hatten ihn auf die Idee gebracht.

Am 24. Mai 1969 war es dann soweit. Bei strahlendem Wetter und riesigem Besucheransturm eröffnete das „Hochwild-Freigehege Gangelt“. Schon bald zeigte sich, dass das Projekt die Attraktivität der Gemeinde nachhaltig weit über die Grenzen hinaus steigerte.

Die Besucherzahlen steigen seit dem ständig an, 100.000 Besucher kommen jährlich zum Wildpark Gangelt um Elche, Wisente, Bären, Luchse, Wölfe, Wildkatzen, Hirsche, Rehe, Wildschweine, Steinböcke, Gämsen, Wildpferde, Murmeltiere sowie Fischotter und Baummarder in natürlichen Lebensräumen zu bewundern.

In den 90er-Jahren änderten sich die Anforderungen an Wildparks und Zoos. Die Gehege wurden größer gestaltet, den Tieren wurden Rückzugsmöglichkeiten geboten und die Gehege-Strukturen wurden derart verändert, das die Einfriedungen in den Hintergrund traten und das zur Steigerung des Erlebniswertes durch erhöhte Beobachtungspunkte auf trennende Zäune verzichtet werden konnte.

Ein besonderer Blickfang waren und sind die Greifvögel unter der Obhut von Falkner Erwin Janssen. Ob Milane, Bussarde, Falken, Eulen oder Adler, sie alle begeistern die Besucher bei ihren Freiflügen. Die neuste Attraktion ist der Schreiseeadler „Cleo“, der mit tollen Flügen und markanten Rufen fasziniert. Unvergessen bleibt Schwarzmilan „Lausbub“, der bei seinen Freiflügen stets haarscharf über die Köpfe der Zuschauer hinweg strich und sich dabei einmal versehentlich ein Toupet griff und damit in einer hohen Fichte landete, unwiederbringlich verloren für seinen dem Gelächter preisgegebenen Eigentümer.

Die originellste Schlagzeile aber lieferte sicherlich ein junger Steinbock, der aus dem Gehege ausbrach und in den benachbarten Niederlanden auf der Flucht vor der Polizei mal eben zwei Meter hoch auf einen Balkon sprang. Erst nach einem harten Ringkampf gelangen die „Festnahme“ und der Rücktransport in den Park.

Der Wildpark Gangelt leistet unverändert einen Beitrag zur Erhaltung bedrohter Tierarten. Waren es vor Jahren Uhus und Wildkatzen, so werden zurzeit europäische Nerze und in diesem Jahr mit dem neuen Wisentbullen „Eisig“ und zwei neuen Wisentkühen europäische Wisente nachgezüchtet und dann für Ansiedlungsprojekte zur Verfügung gestellt.

Große Themen sind auch die Umwelt und Naturkundliche Bildung. Durch ständige Weiterbildung und Schulung der Mitarbeiter in Qualifizierungs Seminaren des Deutschen Wildgehege Verbandes können sie viel Wissen über Fauna und Flora in speziellen Führungen, gerade auch für Schulklassen, an die Besucher weitergeben. Die im „Haus Wildblick“ beheimatete Naturschule bietet naturkundlichen Unterricht in den Themenbereichen Wildtierkunde sowie Natur-, Umwelt- und Erlebnispädagogik verbunden mit naturkundlichen Führungen. Ergänzend führt ein Waldlehrpfad durch den Park und ein Bienenhaus mit speziellen Führungen rundet das Bildungsangebot ab.

Aber nicht nur Bildung, sondern auch Spaß ist wichtig. Und den haben die Kinder garantiert auf dem großen Abenteuerspielplatz. Stand in den 70er-Jahren dort ein ausgedientes Flugzeug – das man extra für die Kinder herbeigeschafft hatte und im Äther für Funk-Aufregung sorgte, weil man es für ein abgestürztes Flugzeug hielt – gibt es heute neue tolle und attraktive Spielgeräte wie eine Seilbahn, Klettergerüste, Kletternetze und mehr. Picknickplätze, ein Kiosk und Toiletten runden dort den Service ab. Auch im Streichelzoo haben die Kinder eine Menge Spaß, wenn sie mit Ziegen, Schafen und Hühnern mal auf Tuchfühlung gehen können.

In 50 Jahren Wildpark haben sich geliebte Traditionen entwickelt. Da ist das Osterfest, an dem 15.000 Ostereier an die Besucher verteilt werden und die Kinder ein tolles Osterprogramm erwartet, oder die Kinderwochen in den Herbstferien, mit Programm und freiem Eintritt für alle Kinder.

Jetzt möchte der Wildpark Gangelt sein 50-jähriges Bestehen vom 30. Mai bis zum 2. Juni mit den Besuchern feiern. An diesen Tagen haben die Kinder freien Eintritt und es gibt ein buntes Programm mit Kinderschminken, Comedy-Acts, Walk-Acts und einen Jahrmarkt anno 1969. Eine „Wildpark-Bahn“ fährt durch den Park und am Sonntag spielen die „Original Rodebachtaler“ auf. Es werden tolle Tage und das Team des Wildparks freut sich auf zahlreiche Besucher.

www.wildpark-gangelt.com